Wirbel um Nazihotel in Deutschland

Schüsse auf Gelände

© dpa/dpaweb/dpa-Zentralbild/Z1015 Bernd Settnik

Wirbel um Nazihotel in Deutschland

Nach wiederholten Schüssen bei einem von Neonazis besetzten Hotel in Faßberg im norddeutschen Bundesland Niedersachsen haben Polizei-Spezialkräfte das Gebäude am Dienstag in der Früh nach Waffen durchsucht. Dabei wurden ein Schlagstock, Pfefferspray und mehrere Waffenattrappen entdeckt, wie die Polizei mitteilte. In dem Hotel stieß das Sonderkommando auf zwölf Mitglieder der rechten Szene, darunter vier Jugendliche. Diese wurden der Obhut des Jugendamtes übergeben. Die Durchsuchung sämtlicher Räumlichkeiten des Hotels dauerte am Vormittag noch an.

Durchsuchungen
Zeitgleich gab es Durchsuchungen bei zwei weiteren Rechtsradikalen in Niedersachsen, in Hannover und Rotenburg/Wümme. Dabei wurden drei Schreckschusspistolen, ein Butterflymesser und einen Schlagring entdeckt. Die beiden Rechtsextremen sollen sich am Mittwochabend voriger Woche auf dem Hotel-Gelände in Faßberg aufgehalten haben, als zur Kontrolle eingesetzte Polizeibeamte einen Schuss hörten.

Gerichtsverhandlung
Zu den Polizeiaktionen kam es wenige Stunden vor einer Verhandlung vor dem Landgericht Lüneburg. Der Zwangsverwalter des ehemaligen Hotels Gerhus will eine einstweilige Verfügung erwirken, mit der er das Gebäude räumen lassen kann. Die Rechtsradikalen hatten sich im Auftrag des rechtsextremen Anwalts Jürgen Rieger, ein Funktionär der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) durch das Aufbohren der Türschlösser vor knapp drei Wochen Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Die Rechtslage ist unklar, zumal Rieger zuvor eine Pachtvertrag für das Hotel abgeschlossen hatte.

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