Zehnjährige mit Taser attackiert

Dusche verweigert

 

Zehnjährige mit Taser attackiert

Eine bockige Zehnjährige ist in den USA von einem Polizisten mit einer Elektroschockpistole außer Gefecht gesetzt worden. Die Mutter rief die Polizei, weil sich ihre Tochter mit Händen und Füßen dagegen wehrte, vor dem Schlafengehen eine Dusche zu nehmen. Als die Beamten im Haus eintrafen, lag das Kind schreiend und um sich tretend auf dem Boden, heißt es in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Polizeibericht.

Ein Beamter versuchte vergeblich, das Kind zu bändigen. Sie habe "wild um sich getreten" und sei "verbal ausfällig" geworden, gab der Polizist zu Protokoll. "Ihre Mutter sagte mir, ich solle den Taser benutzen, wenn es nötig sei", erklärte der Beamte. Er habe daraufhin für sehr kurze Zeit die Elektroschockpistole eingesetzt.

Kind nicht verletzt
Der Bürgermeister von Ozark im US-Staat Arkansas verlangte am Mittwoch eine Untersuchung des Vorfalls vom 11. November durch die Staatspolizei oder das FBI. "Die Menschen hier haben den Eindruck, der Polizist hat einen Fehler gemacht. Dies kann nur eine unparteiische Untersuchung klären", sagte Vernon McDaniel. Das Kind sei bei dem Taser-Einsatz nicht verletzt worden.

Die Zehnjährige ist seit dem Vorfall in einem Kinderheim untergebracht. Der von der Mutter geschiedene Vater beklagte den Vorgang. Seine Tochter habe emotionale Probleme, aber sie sei keine Gefahr. "Sie hat nicht verdient, wie ein Tier behandelt zu werden", sagte er.

Keine Suspendierung
Die Polizei erklärte, gegen den Beamten seien keine disziplinarischen Maßnahmen eingeleitet worden. Taser seien eine sichere Methode, um Menschen unter Kontrolle zu bringen, die für sich selbst oder andere eine Gefahr darstellten, sagte Polizeichef Jim Noggle.

Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hingegen spielten Taser in den USA seit Juni 2001 bei über 350 Todesfällen eine Rolle, darunter beim Tod von zwei Minderjährigen in diesem Jahr. Der Hersteller der umstrittenen Elektroschockpistolen, Taser International, hat im Oktober erstmals vor möglichen Herzverletzungen durch den Einsatz der Geräte gewarnt.

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