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Zugunglück mit gefährlichen Chemikalien

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Zugunglück mit gefährlichen Chemikalien

Elf Waggons eines Güterzuges sind am Dienstagmorgen bei Tornesch in Schleswig-Holstein entgleist, dabei wurden ätzende Stoffe freigesetzt. Der Unglücksort wurde abgesperrt, Menschen kamen nicht zu Schaden, denn die Gegend ist unbesiedelt.

Bahnverkehr unterbrochen
Allerdings konnte die Lage bis zum späten Dienstagabend noch nicht vollständig entschärft werden. Die Bahnpolizei rechnete damit, dass die Feuerwehr noch die ganze Nacht zur Bereinigung der Situation brauchen würde. Der Bahnverkehr nach Kiel und Sylt war nach wie vor unterbrochen. Am Dienstagabend hatte die Feuerwehr die Säure weitestgehend abgebunden, doch traten am Abend noch immer geringe Mengen des ätzenden Stoffs aus, wie der Bahnpolizeisprecher sagte.

Der Unfallort bei Tornesch sah aus, als habe ein Riese mit dem Zug Erdbeben gespielt: Waggons waren umgekippt, mindestens fünf ineinander verkeilt, sie lagen kreuz und quer über dem zweispurigen Gleis. Aus einer Art Kessel traten Tonnen ätzende Chloressigsäure aus und bildete den ganzen Tag eine Dampfwolke über dem Chaos. Die Feuerwehrmänner mussten schwere Schutzanzüge und Pressluft anlegen, um sich nicht zu verätzen. Außerdem kann der Unglückort nicht direkt angefahren werden: Die Wiesen tragen die schweren Feuerwehrwagen nicht, und die Waggons lagen verkeilt.

Gefährliche Dämpfe
Von den insgesamt 21 Wagen des Güterzugs waren gegen 03.19 Uhr elf aus ungeklärter Ursache entgleist. Bei den gefährlichen Stoffen handelt es sich laut Polizei um Chloressigsäure und Natriumcarbonat-Peroxyhydrat. Die Dämpfe daraus können Augen, Atemwege und Haut verätzen. Der Zug war laut Bahn auf dem Weg von Dänemark nach Italien. Der Unfall ereignete sich auf der zweigleisigen Bahnstrecke von Elmshorn in Richtung Hamburg. Mindestens drei der entgleisten Waggons hatten Gefahrgut geladen.

Augenzeugen sahen die Lok und zwei Waggons unbeschädigt auf den Schienen stehen, dann mehrere 100 Meter entfernt die verkeilten weiteren Waggons. Außerdem war eine abgerissene Waggonkupplung zu sehen. Oberleitung und Gleise waren auch beschädigt. Die Deutsche Bahn setzte am Vormittag 28 Busse als Schienenersatzverkehr zwischen Elmshorn und Pinneberg ein, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Reisende mit Ziel Kiel, Flensburg, Sylt oder Dänemark mussten den ganzen Tag Pendelbusse benutzen. Wann die Strecke wieder freigegeben wird, war am Dienstagabend offen.

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