21 Hochzeitsgäste bei Anschlag getötet

Bombenterror

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21 Hochzeitsgäste bei Anschlag getötet

Bei einem verheerenden Bombenanschlag sind am Donnerstag im Süden Afghanistans mindestens 21 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder. Wie der Polizeichef der Unruheprovinz Helmand, Assadullah Sherzad, mitteilte, waren die Menschen auf einem Traktor mit Anhänger zu einer Hochzeit unterwegs, als der am Straßenrand versteckte Sprengsatz explodierte. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden. Die Behörden machten die Taliban für die Tat verantwortlich. In Afghanistan finden am 20. August Präsidentenwahlen statt, die Gewalt nahm in den vergangenen Wochen stark zu.

Es war der Anschlag mit den meisten Todesopfern in Afghanistan seit dem 9. Juli, als bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens südlich von Kabul 25 Menschen getötet wurden, darunter zahlreiche Schüler. Zu diesem Anschlag hatten sich die 2001 gestürzten, islamistischen Taliban bekannt.

Fünf Polizisten getötet
Ebenfalls in Helmand wurden am Donnerstag bei einem Sprengstoffanschlag fünf afghanische Polizisten getötet. Drei weitere wurden verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Im Osten von Afghanistan, auf der Strecke zwischen Kabul und Jalalabad, geriet ein Lastwagenkonvoi mit Treibstoff für die internationalen Truppen in einen Hinterhalt der Aufständischen. Dabei wurden laut Innenministerium zwei Fahrer getötet, ein weiterer wurde verletzt.

Bereits am Mittwoch wurde im Westen des Landes ein US-Soldat der NATO-Truppe ISAF bei einer Explosion getötet. Zuvor hatte die Patrouille des Getöteten Aufständische gestellt, die Sprengsätze verstecken wollten, wie die NATO am Donnerstag mitteilte. Die US-Armee bestätigte die Nationalität des getöteten Soldaten.

Hochburg der Taliban
Helmand ist eine Hochburg der Taliban, die in den vergangenen Tagen ihre Attacken intensiviert und erstmals seit längerer Zeit auch die Hauptstadt Kabul angegriffen haben. Die afghanische Regierung schätzt die Sicherheitslage als äußerst schlecht ein. In der Provinz Helmand sind mehrere tausend amerikanische und britische Soldaten stationiert. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der getöteten Zivilpersonen in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zu 2008 um 24 Prozent gestiegen.

Für die ausländischen Truppen war der Juli der bisher tödlichste Monat seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001. 73 Soldaten der internationalen ISAF-Truppe wurden getötet, darunter mindestens 42 US-Soldaten. Im August fielen bisher elf ausländische Soldaten der Gewalt zum Opfer.

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