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53 Tote bei Anschlag auf Luxus-Hotel in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Luxushotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Samstag nach Polizeiangaben mindestens 53 Menschen getötet worden. Das in Flammen stehende Marriott-Hotel drohte in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) einzustürzen, während noch viele Menschen in dem brennenden Gebäude eingeschlossen waren. "Der Attentäter fuhr einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen gegen die Absperrung, etwa zehn Meter vom Hoteleingang", sagte ein Polizeisprecher. Die Zahl der Toten "dürfte sich erhöhen", fügte er hinzu. 200 Menschen wurden verletzt.

Gewaltige Detonation
Das im Stadtzentrum gelegene, stark gesicherte Hotel mit 290 Zimmern wurde bei dem Anschlag schwer beschädigt und stand anschließend in Flammen. Die gewaltige Detonation riss einen mehr als drei Meter tiefen Krater in die Straße vor dem Marriott-Hotel. Rezeption und Teile der Fassade wurden zerstört.

Panik
Zahlreiche Menschen flohen in Panik von dem schwer gesicherten Hotelgelände, das besonders bei Ausländern in der pakistanischen Hauptstadt beliebt ist. Unter den Verletzten waren offiziellen Angaben zufolge mindestens zehn Ausländer. In dem Hotel trafen sich Politiker, Geschäftsleute und Journalisten. Während des Krieges gegen die Taliban im benachbarten Afghanistan 2002 diente das Marriott faktisch als Sitz der internationalen Medien.

Österreicher kamen nicht zu Schaden
Der österreichischen Botschaft in Pakistan lagen nach Auskunft des Außenministeriums am Samstagabend vorerst keine Informationen über zu Schaden gekommene Österreicher vor. Wie Harald Stranzl von der Presseabteilung des Ministeriums weiter sagte, seien erfreulicherweise weder Botschaftsmitarbeiter, noch die in der österreichischen Vertretung bekannten Auslandsösterreicher von dem Attentat betroffen gewesen.

Wenige Stunden vor dem Anschlag hatte Pakistans neuer Präsident Asif Ali Zardari in seiner ersten Rede vor beiden Kammern des Parlaments angekündigt, den Kampf gegen Extremisten fortzusetzen. Diese dürften Pakistan nicht länger als Hinterland für ihre Anschläge in anderen Staaten nutzen. "Wir müssen den Terrorismus und den Extremismus hinausjagen", sagte der Witwer der früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Staatspräsident Zardari und Ministerpräsident Yousaf Raza Gilani verurteilten den Anschlag. "Das ist Terror und wir müssen ihn gemeinsam als Nation bekämpfen", sagte Innenminister Rehman Malik beim Besuch eines Krankenhauses.

Hochsicherheitszone
Das Marriott-Hotel liegt in einer Hochsicherheitszone im Stadtzentrum, nur etwa 500 Meter von den Residenzen des Präsidenten und des Regierungschefs entfernt. Die Explosion sorgte für Panik im Haus von Premier Gilani, der anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan Gäste zum Fastenbrechen eingeladen hatte, berichtete ein Reporter des Fernsehsenders DawnNews.

USA verurteilen Anschlag
Die USA verurteilten den Anschlag entschieden. "Das erinnert uns an die Bedrohung, mit der wir es zu tun haben", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates Gordon Johndroe, der Pakistan auch weiterhin die Unterstützung der USA "bei dieser Herausforderung" zusagte. Die EU äußerte ihre "Bestürzung", der britische Außenminister David Miliband versicherte, der Anschlag werde Großbritanniens Entschlossenheit im Kampf gegen den Extremismus in Pakistan bestärken.

Das Marriott-Hotel war in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. So hatte im Jänner 2007 ein Wachmann einen Selbstmordattentäter vor dem Hotel gestoppt. Dieser zündete seinen Sprengsatz und tötete den Wächter. Sieben weitere Menschen wurden verletzt.

Ebenso wie sein Vorgänger Pervez Musharraf gilt der neue Präsident Zardari als enger Verbündeter der USA. Extremisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida, die ihre Rückzugsgebiete nahe der Grenze zu Afghanistan haben, haben mit zahlreichen Anschlägen auf Offensiven der pakistanischen Sicherheitskräfte reagiert. Die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten stößt aber auch in der pakistanischen Bevölkerung zunehmend auf Widerstand. Dazu haben auch mehrere Vorfälle der vergangenen Wochen beigetragen, bei denen in Afghanistan stationierte US-Truppen meist mit Raketen und in einem Fall mit Bodentruppen Ziele im pakistanischen Grenzgebiet angriffen.

Fotos: (c) Reuters, AP, APA

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