Acht Tote bei Explosion in Islamabad

Vor dän. Botschaft

Acht Tote bei Explosion in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag vor der dänischen Botschaft in Pakistans Hauptstadt Islamabad sind am Montag mindestens acht Menschen getötet worden. Fast 30 weitere Menschen seien verletzt worden, berichteten das staatliche Fernsehen und die Behörden. Der Selbstmordattentäter sprengte sich in einem Auto an der Botschaftsmauer in die Luft, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte mitteilte.

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Der dänische Außenminister Per Stig Moeller verurteilte den Anschlag als "absolut inakzeptabel". Seit Jahren gibt es Streit um die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in dänischen Zeitungen.

Tiefer Krater
Die Explosion hinterließ einen tiefen Krater vor der Botschaft, das Gebäude selbst sowie das Büro einer benachbarten Hilfsorganisation wurden beschädigt. Dutzende Autos wurden durch die Wucht der Explosion zerstört, mehrere brannten. "Ich habe Blut, Rauch und brennende Bäume und herumfliegende Trümmerteile gesehen", sagte ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation, der Sekunden nach dem Anschlag am Unglücksort eintraf. Fünf Menschen lagen demnach in einer Blutlache auf dem Boden.

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(c) Reuters

Während das staatliche Fernsehen und die amtliche Nachrichtenagentur Associated Press of Pakistan acht Tote und mehrere Verletzte vermeldeten, sprachen andere Sicherheitsvertreter von mindestens sechs Toten, darunter zwei Polizisten, die vor der Botschaft Wache standen, sowie 27 Verletzten.

Botschafts-Angestellter getötet
Nach Angaben des dänischen Außenministers war unter den Toten ein bei der Botschaft angestellter Pakistaner, der für die Gebäudereinigung zuständig war. Die vier dänischen Staatsangehörigen in der Botschaft, darunter der Geschäftsträger, blieben demnach unverletzt. Der dänische Botschafter in Pakistan wird derzeit durch einen Geschäftsträger vertreten, die meisten ausländischen Botschaftsmitarbeiter haben das Land in den vergangenen Monaten verlassen. Hintergrund sind Drohungen im Zusammenhang mit dem erneuten Abdruck umstrittener Karikaturen Mohammeds in dänischen Zeitungen.

"Natürlich verurteile ich diese Attacke", sagte Außenminister Moeller dem dänischen Fernsehsender TV2 News. Die Attentäter wollten "Pakistans Beziehungen zu Ländern wie Dänemark zerstören". Das dänische Außenministerium habe seine Reiseempfehlungen für Pakistan geändert und warne nun vor jeglichen Reisen nach Pakistan. Zuvor war lediglich von nicht dringend erforderlichen Reisen in das Land abgeraten worden.

Reisewarnung
Das österreichische Außenministerium schreibt auf seiner Homepage nach wie vor: "Aufgrund der aktuellen Lage wird bis auf weiteres von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Pakistan abgeraten." Eine "Hohe Sicherheitsgefährdung" bzw. "Partielle Reisewarnung" gelte für die Provinzen Belutschistan, Kaschmir sowie die Nordwestgrenzprovinz, insbesondere die unter Bundesverwaltung stehenden Nördlichen Stammesgebiete (Federally Administered Tribal Areas - FATA) im Grenzgebiet zu Afghanistan.

Der dänische Geheimdienst PET hatte wiederholt vor Anschlägen in Dänemark und auf Dänen im Ausland gewarnt. Nach der Eskalation des Karikaturenstreits Anfang 2006 hatten im Februar dieses Jahres mindestens 17 dänische Zeitungen erneut die umstrittenen Karikaturen abgedruckt. Nach erneuten Protesten zog Kopenhagen aus Angst vor Anschlägen im April sein Botschaftspersonal aus Kabul und Algier ab. Während die Botschaft in Kabul inzwischen wieder geöffnet hat, arbeiten die dänischen Diplomaten in Algerien weiterhin an einem geheimen Ort.

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