24. Jänner 2010 11:37
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad wird nach eigenen Angaben
demnächst "gute Neuigkeiten" in Bezug auf zu 20 Prozent angereichertes Uran
verkünden, das für einen Forschungsreaktor in Teheran benötigt werde.
Ahmadinejad will die "Frohbotschaft" in den kommenden Wochen, während der
zehntägigen Feiern zur Erinnerung an die Islamische Revolution 1979 (Dahe-ye
Fajr), verkünden.
"Jeder wird sich freuen"
Jeder im Iran werde über die
"wunderbare Neuigkeit betreffend die jüngsten wissenschaftlichen und
technologischen Errungenschaftern erfreut sein", sagte der iranische
Präsident, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Ahmadinejad äußerte sich vor
dem Hintergrund des Tauziehens mit dem Westen über einen Kompromissvorschlag
der Internationalen Atomenergie-Agentur hinsichtlich einer Anreicherung des
vom Iran benötigten Urans im Ausland. Die fünf ständigen Mitglieder des
UNO-Sicherheitsrats und Deutschland hatten der Führung in Teheran im Herbst
das als vertrauensbildende Maßnahme angeboten. Teheran hat jedoch abgelehnt.
Die Gruppe verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines Energieprogramms
heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran weist die
Vorwürfe zurück. Sollte der Iran tatsächlich das zur Gewinnung von
Kernenergie benötigte Uran-235 auf 20 Prozent anreichern, dürfte das das
Misstrauen insbesondere der USA und Israels weiter verstärken. Für den
Betrieb eines Kernkraftwerks wird ein Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent
benötigt, für Atomwaffen von rund 90 Prozent. Nach Angaben von US-Experten
verfügt der Iran über genug Material, das bei entsprechend hoher
Anreicherung zum Bau von Atombomben verwendet werden könnte.