Alternativ-Nobelpreis vergeben

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Alternativ-Nobelpreis vergeben

Ein kanadischer Bewusstseinsbildner in Sachen Klimawandel, ein kongolesischer Regenwald-Aktivist, ein neuseeländischer Atomwaffengegner und eine australisch-äthiopische Armenärztin sind die diesjährigen Träger des Alternativen Nobelpreises. Während der Wissenschafter David Suzuki von der Jury des "Right Livelihood Awards" am Dienstag in Stockholm mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde, teilen sich Rene Ngongo, Alyn Ware und Catherine Hamlin das Preisgeld von 150.000 Euro.

Konkrete Ansätze
"Die Preisträger dieses Jahres zeigen konkret, was getan werden kann und muss, um den Klimawandel zu begrenzen, die Welt von Atomwaffen zu befreien und um lebenswichtige medizinische Behandlung auch für die Armen und Benachteiligten bereitzustellen", begründete die Jury ihre diesjährige Wahl. Schließlich seien die Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel "langsam und unzureichend", die weltweite atomare Bedrohung nehme zu "und dass so viele arme Menschen an behandelbaren Krankheiten leiden, ist eine Schande für die Menschheit".

Zoologe, Biologe, Pädagoge und Medizinerin
Der japanischstämmige Zoologe Suzuki (73) setzt sich seit Jahren für die Stärkung der sozialen Verantwortung in der Wissenschaft ein und betreibt - unter anderem mit einer eigenen populären Wissenschafts-Fernsehsendung - Aufklärung in Sachen Klimawandel. Seine im Hauptabendprogramm des kanadischen Senders CBC ausgestrahlte Sendung wurde in 80 Länder verkauft, und er schrieb auch 43 Bücher, darunter 17 Kinderbücher.

Der Biologe Ngongo (48) gründete im Jahr 1994 die kongolesische Umweltorganisation OCEAN, die für den Erhalt des Regenwaldes in dem zentralafrikanischen Land kämpft. Alljährlich verschwinden 13 Millionen Hektar des zweitgrößten Regenwaldes der Welt. Die Jury ehrt Ngongo für den "Mut, sich jenen Kräften entgegenzustellen, die die Regenwälder des Kongo zerstören".

Der Pädagoge Alyn Ware (47) begann seine Anti-Atomwaffen-Aktivitäten vor zwei Jahrzehnten mit Projekten zur Friedenserziehung an neuseeländischen Schulen. Im Jahr 2002 gründete er eine internationale Vereinigung von Parlamentariern, die sich dem Ziel einer Abschaffung von Atomwaffen verschrieben haben und war auch federführend an der Ausarbeitung eines Abkommensentwurfs zu diesem Thema beteiligt.

Die gebürtige Australierin Catherine Hamlin (85) kam im Jahr 1959 als Frauenärztin nach Äthiopien. Sie führte dort Methoden zur Behandlung von Genitalfisteln ein und gründete mit ihrem Ehemann ein eigenes Spital, in dem Frauen kostenlos behandelt werden. Mit ihrer Tätigkeit habe Hamlin "die Gesundheit, Hoffnung und Würde von Tausenden ärmster afrikanischer Frauen wiederhergestellt hat", so die Jury.

Bisher zwei Österreicher ausgezeichnet
Die vom deutsch-schwedischen Philanthropen Jakob von Uexküll gestiftete Auszeichnung wird traditionell an vier Personen oder Organisationen vergeben. In erster Linie sollen Leistungen für Frieden, Umwelt und soziale Gerechtigkeit honoriert werden, die nach Ansicht von Kritikern bei den offiziellen Nobelpreisen zu kurz kommen. Die Preisverleihung findet am 4. Dezember im schwedischen Reichstag (Parlament) statt. Insgesamt wurden heuer 82 Kandidaten aus 46 Ländern für die Auszeichnung vorgeschlagen, davon 46 aus Entwicklungsländern.

Die Auszeichnung wird seit dem Jahr 1980 jährlich vergeben. Die beiden Österreicher, die den alternativen Nobelpreis bisher erhalten haben, der Ökonom Leopold Kohr und der Zukunftsforscher Robert Jungk, sind mittlerweile verstorben. Anlässlich des 30. Jubiläums ist kommendes Jahr eine Konferenz mit allen noch lebenden Preisträgern in Bonn geplant.

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