Anschlag auf Putin in Teheran geplant

Teheran-Besuch

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Anschlag auf Putin in Teheran geplant

Kurz vor dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Iran haben Geheimdienstberichte über angeblich geplante Anschläge auf den Kremlchef für Beunruhigung in Moskau gesorgt. "Ich bin mir sicher, dass diese Information auf Tatsachen beruht", sagte der Dumaabgeordnete und Sicherheitsexperte Gennadi Gudkow am Montag in Moskau. Den Berichten zufolge planten gleich mehrere iranische Selbstmordkommandos Anschläge auf Putin.

Besuch in Wiesbaden
Der Kremlchef betonte bei seinem Besuch in Wiesbaden, dass er ungeachtet dieser Berichte "selbstverständlich" in den Iran reisen werde. "Wenn ich dauernd auf alle Drohungen reagieren und auf die Empfehlungen des Sicherheitsdienstes hören würde, dürfte ich nicht aus dem Haus gehen." In Teheran will der Präsident an diesem Dienstag und am Mittwoch am Treffen der Anrainer des Kaspischen Meeres teilnehmen und auch über Irans umstrittenes Atomprogramm sprechen. Putin wollte von Deutschland aus direkt in den Iran fliegen.

Die russische Agentur Interfax hatte am Sonntag von den Attentatsplänen berichtet. Die Information selbst stamme aus dem Ausland, hieß es. Ein Geheimdienstsprecher teilte am Montag mit, die Angaben würden "intensiv geprüft". Die iranische Regierung bezeichnete die Berichte dagegen als "völlig haltlos". Am Montag hatte der Pressedienst des Kreml die Öffentlichkeit zunächst darüber im Unklaren gelassen, ob Putin an seinen ursprünglichen Reiseplänen festhalten wolle.

Warnung vor Islamismus
Nach den Worten Gudkows steht der "radikale Islamismus" weltweit bereit, jede Separatistenbewegung in Russland zu unterstützen. Für diese Kräfte stelle Putin eine "ernsthafte Bedrohung" dar. Die iranische Führung wertete die Warnung dagegen als bewusste Irreführung. Die Berichte über die Attentatspläne stünden in einer Reihe "mit den psychologischen Bestrebungen der Feinde der iranisch-russischen Beziehungen", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammed-Ali Hosseini, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Putin versicherte in Wiesbaden, dass bei den russischen Präsidentenwahlen und dem Ende seiner Amtszeit "nicht nur der Buchstabe, sondern auch der Geist der Verfassung" eingehalten werde. "Aber das heißt ganz und gar nicht, dass diejenigen, die derzeit an der Macht sind, kein Recht haben, sich an dem Leben in ihrem eigenen Land zu beteiligen", sagte Putin am Montag in Wiesbaden auf eine Frage nach seiner politischen Zukunft.

Wahlen im Dezember
Im Dezember wird in Russland ein neues Parlament gewählt, im März findet die Präsidentschaftswahl statt. Putin darf laut Verfassung nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, hat aber nicht ausgeschlossen, den Posten des Regierungschefs zu übernehmen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verwies er auf den Machtwechsel von Tony Blair zu Gordon Brown in Großbritannien. Dieser sei ohne Wahlen abgelaufen.

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