Attentäter in Berlin

Terror-Angst

© REUTERS/Tobias Schwarz

Attentäter in Berlin

Seit Tagen herrscht Alarmstufe Rot, spätestens jetzt ist die Terrorgefahr ernster denn je: Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, planen Attentäter einen blutigen Sturmlauf auf den Berliner Reichstag, den Sitz des Bundestages. Damit wurden nun erstmals konkrete Pläne der Terroristen bekannt: Zwei von mindestens sechs Terroristen sollen laut Spiegel bereits in Berlin untergetaucht sein und das Blutbad vorbereiten. Die anderen vier, ein Deutscher, ein Türke, ein Nordafrikaner und ein Unbekannter, können jede Minute einreisen.

Sie wollen wie beim Blutbad in Mumbai 2008 auch Geiseln nehmen, heißt es. Matthias Seeger, Chef der Bundespolizei: „Die Hinweise auf Terrorangriffe sind konkreter als je zuvor und sie stammen aus verschiedenen Quellen.“

Sicherheitsmaßnahmen in ganz Deutschland erhöht
Ein „Gotteskrieger“ hatte das Bundeskriminalamt per Telefon vor dem Blutbad gewarnt, das amerikanische FBI berichtete vor zwei Wochen von einer Al-Kaida nahen Gruppe, die Terrorakte plane. Laut Nachrichtendiensten sollen die ersten Attentate „ab dem 22. November“ – also ab morgen – verübt werden.

Vor allem auf öffentlichen Plätzen, in der U-Bahn und in Zügen in Berlin und den großen Städten sind Nervosität und Angst zu spüren. Kanzlerin Angela Merkel kündigt an: „Die Bevölkerung kann sicher sein, dass alles Erdenkliche getan wird.“ Seit Tagen gleicht ganz Deutschland einer Festung:

  • Auf allen Bahnhöfen und Flughäfen patrouillieren mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten. Viele tragen Schutzwesten.
  • Vor gefährdeten Objekten sind Panzerwagen positioniert.
  • Die Eliteeinheit GSG9 beobachtet Wohnungen, in denen sich potenzielle Terroristen aufhalten.
  • An den Grenzen gibt es verstärkte Kontrollen, alte und neue Visa werden ganz genau analysiert.
  • Zivile Streifen durchforsten das ganze Land.
  • Kliniken und Schulen arbeiten an Notfallplänen.
  • Polizisten haben im Dezember Urlaubssperre.

Der Nahost- und Terrorexperte Udo Steinbach sagt zu ÖSTERREICH: „Die jetzt getroffenen Sicherheitsmaßnahmen beweisen, dass da etwas dran sein muss. Es gibt mehr Hinweise auf Anschläge, als in der Öffentlichkeit bekannt ist.“ Bis Jahresende sollen die strengen Sicherheitsmaßnahmen aufrecht gehalten werden.

Wie gefährdet ist Österreich?
Es sind Worte, die ein mulmiges Gefühl erzeugen: „Den Terroristen ist es egal, wo sie zuschlagen. Es geht darum, viele Menschen zu verletzen. Dafür können sie sich auch ein einfaches Ziel wie Österreich aussuchen. Ein Terrorakt ist nicht auszuschließen“, sagt der Terrorexperte Peter Schoor.

Ministerium beruhigt
Freilich: Das Kabinett von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) sieht die Lage etwas anders. „Was die deutsche Bedrohungslage betrifft, gibt es keinen Österreich-Bezug. Es besteht keine direkte Terrorgefahr für Österreich“, sagt Rudolf Gollia vom Innenministerium. Es gebe keine Veranlassung für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. „Wir wollen nicht für Verunsicherung und Panik sorgen, weil es keine konkreten Anhaltspunkte für Anschläge bei uns gibt. Eine latente Gefahr gibt es jedoch seit 9/11 immer“, sagt Gollia.

Sehr wohl würden sich aber latente „Schläfer“ aus Österreich in Terrorcamps in Somalia ausbilden lassen. „Wir sehen das als gewisse Bedrohung für die Stabilität im Land.“

Autor: (prj)
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