Sonderthema:
Aufstände in Burma forderten über 30 Tote

Mehr als zugegeben

© EPA/FRANCIS R. MALASIG

Aufstände in Burma forderten über 30 Tote

Bei der blutigen Niederschlagung friedlicher Proteste in Burma sind UN-Angaben zufolge mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen - und damit mindestens doppelt so viele, wie von dem südostasiatischen Regime bisher zugegeben. Nach Erkenntnissen des UN-Menschenrechtsbeauftragten Paul Sérgio Pinheiro wurden während der von buddhistischen Mönchen angeführten Demonstrationen im September und Oktober zudem 3.000 bis 4.000 Menschen festgenommen.

Bis zu 1.000 Menschen immer noch in Haft
500 bis 1.000 von ihnen seien immer noch in Haft, schreibt Pinheiro in einem Bericht, der am kommenden Dienstag dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt werden soll. Hinzu kämen 1.150 politische Gefangene, die bereits vor den jüngsten Protesten in Burma inhaftiert waren. Nichtregierungsorganisationen hatten von mehr als 100 Toten gesprochen.

Brutales Verhalten
Wie die Vereinten Nationen am Freitag (Ortszeit) in New York mitteilten, nennt der Menschenrechtsbeauftragte das brutale Vorgehen der burmesische Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten "unnötig und unverhältnismäßig". Pinheiro war mit Zustimmung des Regimes vom 11. bis zum 15. November zu Untersuchungen im Land.

Internierungslager besorgniserregend
Als besonders besorgniserregend bezeichnete er den Einsatz "großer, kurzfristig eingerichteter Internierungslager, deren Existenz von den Behörden geleugnet wurde, und die deshalb als geheime Einrichtungen angesehen werden". Unter den Gefangenen in diesen Lagern seien auch Kinder und schwangere Frauen gewesen, so Pinheiro in dem Bericht.

Ihm seien 74 Fälle bekannt, in denen Menschen verschwunden sind. Anschuldigungen, nach denen die Sicherheitskräften nach der Niederschlagung des Aufstandes eine große Zahl von Leichen verbrannt haben sollen, bezeichnete Pinheiro als "sehr beunruhigend".

Fortgesetzte Festnahmen verurteilt
Der UN-Menschenrechtsbeauftragte verurteilte die fortgesetzten Festnahmen politischer Aktivisten in Burma. Diese stünden im Gegensatz zu den Zusicherungen von Ministerpräsident Thein Sein, die er dem UN-Sondergesandten für Burma, Ibrahim Gambari, Anfang November gegeben habe.

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