Blutige Proteste

Aufstand im Iran: "Tötet den Diktator"

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Auch am Dienstag gingen die schwersten Unruhen seit den Wahlen im Juni im Iran weiter. 15 Menschen starben, Hunderte wurden verhaftet.

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Gegner des erzkonservativen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad und Sicherheitskräfte haben sich auch am Dienstag wieder heftige Straßenschlachten geliefert. Die Polizei hat dabei Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die sich vor einem Krankenhaus im Westen Teherans versammelt hätten, meldeten oppositionelle Websites. Mit Sprechchören wie „Tod dem Diktator“ waren Tausende Regierungskritiker auf die Straße gegangen.

Ausschreitungen erreichen „neue Dimensionen“
Doch das Regime schlug hart zurück. Mindestens 15 Demonstranten wurden erschossen. Unter den Opfern ist auch Ali Moussavi (20), ein Neffe von Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi. Der Leichnam von Ali Moussavis ist nach Angaben seiner Familie seit Montag verschwunden. Der Körper des Toten sei vom Regime aus dem Krankenhaus in Teheran fortgeschafft worden und verschwunden.

Doch Ruhe will nicht einkehren. Bilder von wütenden Demonstranten, die auf einen Polizisten einschlagen und Polizeiautos in Brand setzen, kursieren derzeit im Internet und werden im Iran gesehen. „Das sind in der Tat neue Dimensionen mit sehr gefährlichen Konsequenzen“, sagte ein Politikwissenschafter in Teheran.

Präsident: „Regierung ist heute zehnmal stärker“
Nicht nur Oppositionsgruppen sehen Ahmadinejad und seine Regierung mittlerweile unter Zugzwang. Auch konservative Kreise fordern eine politische Lösung. „Das ist leichter gesagt als getan. Denn diese Krise könnte nur mit einem Rücktritt Ahmadinejads beendet werden“, erklärt ein iranischer Journalist. Aber Ahmadinejad denkt anscheinend nicht daran. „Opposition und deren Proteste haben keinen Einfluss auf die Einheit des Landes – die Regierung ist heute zehnmal stärker als vor einem Jahr“, so der Präsident.

Prominente festgenommen
Immer mehr Menschen werden festgenommen, darunter auch einige Prominente. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die sich zurzeit in London aufhält, berichtete im Nachrichtensender CNN, dass ihre Schwester in Teheran festgenommen worden sei. Wie am Dienstag ebenfalls bestätigt wurde, ist auch ein Reporter aus Dubai festgenommen worden. Das Unternehmen Dubai Media Incorporated (DMI) teilte mit, ein 27-jähriger syrischer Reporter, sei während der Unruhen am Sonntag "verschwunden".

Nach Angaben der Polizei wurden am Wochenende Hunderte Demonstranten festgenommen, später ging das Regime dann direkt gegen Oppositionelle vor. Unter anderem wurden mehrere Berater von Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi verhaftet. Berichte, wonach auch der ehemalige reformorientierte Präsident Mohammed Khatami festgenommen worden sei, wurde am Dienstag in einem Bericht der regimekritischen Website Jaras dementiert.

Das staatliche Fernsehen berichtet von „Elementen“, die von den „Feinden des Landes“ (dem Westen) benutzt würden, um das islamische Establishment zu stürzen. Und die Proteste gehen weiter.

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