Ausschreitungen in Weißrussland

Lukaschenko-Wiederwahl

© Reuters

Ausschreitungen in Weißrussland

Tausende Anhänger der weißrussischen Opposition haben nach der Präsidentschaftswahl am Sonntag versucht, ein Regierungsgebäude in der Hauptstadt Minsk zu stürmen. Sie zertrümmerten Fenster und Glastüren, wichen dann aber zurück, weil sie Bereitschaftspolizei in dem Gebäude entdeckten. Rund 40.000 Demonstranten hatten sich im Stadtzentrum versammelt, um gegen die Wahl zu protestieren. Sie werfen der Regierung massiven Wahlbetrug vor. Es handelt sich um die größte Kundgebung der Opposition seit 1996.

Drei Präsidentschaftskandidaten verhaftet
Nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl sind drei Präsidentschaftskandidaten festgenommen worden. Die Polizei habe Nikolai Statkewitsch, Grigori Kostujew sowie Andrej Sannikow und dessen Ehefrau abgeführt, meldete die unabhängige Agentur Belapan in der Nacht zum Montag aus der Hauptstadt Minsk. Alle drei Bewerber waren in einer Menge von mehreren Tausend Regierungsgegnern, die vor einem Regierungsgebäude gegen das Ergebnis demonstrierte.

79,1% für Lukaschenko
Weißrusslands autoritärer Staatschef Alexander Lukaschenko hat die Präsidentenwahl am Sonntag offenbar deutlich gewonnen. Der Amtsinhaber erhielt nach ersten Prognosen 79,1 Prozent der Stimmen, wie ein regierungsnahes Institut nach Wählerbefragungen unmittelbar nach Schließung der Wahllokale mitteilte. Es galt als sicher, dass der 56-Jährige eine vierte Amtszeit gewinnt. Keinem der neun Gegenkandidaten wurde eine reelle Chance eingeräumt. Lukaschenko regiert die frühere Sowjetrepublik seit 1994 mit eiserner Hand. Bei einem Wahlsieg wäre er für weitere fünf Jahre an der Macht.

Polizeigewalt
Tausende Demonstranten versammelten sich am Abend im Zentrum von Minsk. Sie schwenkten weißrussische Flaggen und EU-Fahnen und riefen "Für die Freiheit". Die weißrussische Polizei setzte Schlagstöcke und Lärmgranaten ein. Bei dem Polizei-Einsatz wurde der Oppositionskandidat Wladimir Nekliajew nach Angaben seiner Partei verletzt und musste mit einem Schädel-Hirn-Trauma im Krankenwagen fortgebracht werden.

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