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Australien liefert Uran an Russland

Radioaktiv

© EPA/David Longstreath/Pool

Australien liefert Uran an Russland

Australien wird Russland Uran für Atomkraftwerke liefern. Der australische Ministerpräsident John Howard und der russische Staatschef Wladimir Putin unterzeichneten am Freitag am Rande des APEC-Treffens in Sydney die entsprechende Vereinbarung.

Gefährlich?
Außenminister Alexander Downer wies Befürchtungen zurück, man könne Putin nicht trauen, dass er das Uran nicht doch für militärische Zwecke nutzen werde oder das Brennmaterial sogar an Drittländer wie den Iran weiterverkaufen würde. Solche Spekulationen seien wirklichkeitsfremd, so Downer.

Australien verfügt über 40 Prozent der weltweit bekannten Uranreserven, hat aber strikte Exportbestimmungen. So darf das Material nicht für militärische Zwecke eingesetzt werden, nicht einmal zum Antrieb von Atom-U-Booten.

Verkauf an Iran theoretisch unmöglich
Putin sagte, Russland wolle in den nächsten 20 Jahren 30 neue AKW bauen. Nur dafür werde der Brennstoff aus Australien benötigt. Das Abkommen schließt einen Weiterverkauf oder eine militärische Nutzung des Urans an sich aus.

Abrüstungsvertrag adieu
Außerdem hat Präsident Putin einen Gesetzesentwurf zur Aussetzung des Vertrags über Konventionelle Streitkräfte in Europa im Parlament eingebracht. Die Abgeordneten werden voraussichtlich im Oktober über den Entwurf beraten. Russland hatte Mitte Juli die Aussetzung seiner Beteiligung an dem Abrüstungsvertrag angekündigt. Der KSE regelt Obergrenzen für konventionelle Waffen und gegenseitige Inspektionen.

Moskau wirft der NATO vor, die Reformversion des KSE-Vertrags nicht ratifiziert zu haben. Diese Änderungen waren nach dem Zerfall des Ostblocks vorgenommen worden. Die westlichen Staaten fordern aber vor der Ratifizierung den Abzug russischer Truppen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien und Moldawien.

Vor allem aber passt Russland das geplante US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa, also quasi vor der eigenen Haustür, nicht.

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