Im Treibhaus

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Bali lädt zur Klima-Konferenz

Am Sonntag trafen 10.000 Delegierte aus 192 Ländern auf Bali ein, um in den kommenden beiden Wochen über die globale Klima-Zukunft zu verhandeln. Indonesiens Regierung hat die Sicherheitsmaßnahmen verschärft: Tausende Polizisten und Soldaten bewachen Zufahrtstraßen, sichern den Luftraum und sogar Badestrände, um den reibungslosen Ablauf der UNO-Veranstaltung zu gewähren.

Auf der Agenda der Konferenz steht das Weltklima. Reduziert werden soll der CO2-Ausstoß. Doch nicht der Umweltschutz lockte die meisten Ländervertreter ins Urlauberparadies, es geht um knallharte wirtschaftliche Überlegungen:

  • Die Durchschnittstemperaturen werden bis zum Ende des Jahrhunderts zwischen zwei und sechs Grad – je nach Rechenmodell – angestiegen sein. Das hat katastrophale Auswirkungen auf viele Küstenabschnitte. So wird etwa Bangladesch sehr viel Landmasse verlieren.
  • Andere Gebiete, etwa große Teile Südeuropas, drohen zu versteppen. Waldbrände nehmen zu.
  • Der Individualverkehr – und damit der CO2-Ausstoß – wird weiter ansteigen. Alleine in Österreich nahm die Zahl der Autos je Haushalt zwischen 1990 und 2005 um fast ein Viertel zu. Nun kurbeln Schwergewichte, wie etwa China, die Pkw-Produktion massiv an.
  • Ein im Vorjahr veröffentlichter Bericht des Ex-Weltbank-Chefökonom Nicolas Stern kommt zum Schluss, dass der Klimawandel schlimmstenfalls 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung oder 5,5 Billionen Euro kosten kann.

Grund genug für die Welt, den für die Erderwärmung verantwortlichen CO2-Ausstoß zu verringern. Die Basis bildete das 1997 ausgehandelte Kyoto-Abkommen. Es sieht vor, dass 36 Industriestaaten ihre Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treib­hausgasen bis 2012 um fünf Prozent unter die Werte von 1990 drücken.

Viele Länder, darunter auch Österreich, hinken dem Zeitplan aber hinterher. Andere Staaten, wie China und die USA, traten Kyoto gar nicht erst bei.

Baby-Steps
In Bali soll nun lediglich der Zeitplan für weitere Schritte nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls festgelegt werden. Einigen will man sich auch darauf, wer künftig wie viele Treibhausgase einsparen muss. Der größte Streitpunkt: So wird etwa China die USA als größten Luftverschmutzer bald überholt haben. Pro Kopf betrachtet liegt die Volksrepublik allerdings immer noch weit hinter den großen Industriestaaten.

Australien unterzeichnet Kyoto
Die neue australische Regierung hat als erste Amtshandlung am Montag Dokumente zur Ratifizierung des Kyoto-Klimaschutz-Abkommens unterzeichnet. Australien will damit ab 2010 auch am Emissionshandel teilnehmen. Erst kurz davor war das Kabinett von Kevin Rudd vereidigt worden. Der Wahlsieger hatte eine Kehrtwende in der Klimapolitik angekündigt. Seine erste Auslandsreise als Ministerpräsident wird Rudd zur Weltklimakonferenz auf Bali in Indonesien führen.

Umweltminister Josef Pröll (V) zeigt sich erfreut und bezeichnet diese Erklärung als ermutigendes Signal zu Beginn der Verhandlungen: "Unser Ziel für Bali ist es mehr Partner für den internationalen Klimaschutz zu gewinnen. Mit Australien hat nun ein bisheriger Bremser den Kurs um 180 Grad geändert", lobte er in einer Aussendung. "Ich hoffe, dass dieser Schritt Signalwirkung auch in Richtung USA, Indien und China hat. Wir brauchen eine international faire Lastenteilung."

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