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Berlin bereitet Obama-Besuch vor

Deutsche Politiker haben hohe Erwartungen an den Besuch des US-Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama in Berlin. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bezeichnete den Besuch Obamas in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" als "große Chance für eine Erneuerung des transatlantischen Verhältnisses". Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hofft auf einen engen Schulterschluss der USA mit Europa. Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, Obamas Besuch zeige: "Es gibt ein anderes Amerika."

Heil sagte der Zeitung, er erhoffe sich "Signale für eine Politik, die zur Lösung der globalen Herausforderungen auf Kooperation und Ausgleich statt auf Konfrontation und Abgrenzung setzt". Rüttgers wünscht sich, "dass Barack Obama sagen wird: 'Europa und Amerika gehören zusammen. Ich will helfen, dass Europa weiter zusammenwächst. Denn Amerika braucht Europa auch in Zukunft'".

  • Legendäre Berlin-Besuche
    Am legendären Besuch von John F. Kennedy mussten sich alle weiteren Präsidenten messen lassen. Denn als sich Kennedy am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus mit den Worten "Ich bin ein Berliner" verewigte, jubelten ihm mehr als 100.000 Einwohner der geteilten Stadt zu. Der US-Präsident erklärte Berlin in seiner Rede zum symbolischen Ort der freien Welt. Deshalb seien alle freien Menschen, wo immer sie auch lebten, Bürger von Berlin, sagte er.
  • Im Februar 1969 kam Richard Nixon nach Westberlin. Trotz der 1961 gebauten Mauer sei Berlin "eine Stadt in einer Nation", sagte er in den Siemens-Werken in Berlin-Tegel.
  • Im Juli 1978 besuchte Jimmy Carter unter anderem das Luftbrückendenkmal am Flughafen Tempelhof und rief: "Was immer sei, Berlin bleibt frei".
  • Im Juni 1987 musste Ronald Reagan gegen Pfiffe von Demonstranten ankämpfen, die gegen das Wettrüsten der USA mit der Sowjetunion protestierten. In Erinnerung blieb jedoch sein Appell an den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow, die Mauer niederzureißen: "Mr. Gorbatschow, tear down this wall".
  • Weitaus herzlicher wurde Bill Clinton im Juli 1994 von den Berlinern empfangen. "Nichts wird uns aufhalten. Alles ist möglich. Berlin ist frei", rief er auf Deutsch den 50.000 Menschen am Brandenburger Tor zu. Auch nach Ablauf seiner Amtszeit wurde er bei einem Besuch im Oktober 2002 in Berlin umjubelt.
  • George W. Bush, der im Mai 2002 nach Berlin reiste, erwarteten dagegen wütende Demonstranten. Statt unter freiem Himmel hielt er eine Rede im Bundestag, die nur höflichen Applaus erntete.

FDP-Chef Guido Westerwelle wünscht sich von Obama klare Bekenntnisse zur Abrüstung, zum Freihandel und zu den Bürger- und Menschenrechten. "Senator Obama sollte betonen, dass Amerika und Europa nur gemeinsam und als Partner Frieden und Wohlstand sichern können", sagte Westerwelle. "Wir Liberale freuen uns sehr, wenn US-Präsidentschaftskandidaten in Berlin die transatlantische Freundschaft erneuern. Deshalb ist uns Barack Obama willkommen genauso wie John McCain."

Grünen-Politiker Trittin erwartet von Obama ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den Klimawandel und Friedensimpulse im Nahost-Konflikt. "Das geht nur mit dem Iran", betonte er. Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sagte: "Die Wahl eines schwarzen Präsidenten der USA wäre ein politisch-kulturelles Jahrtausendereignis, was vor kurzem noch undenkbar schien. Heute ist dies auch wegen der Politik von Bush möglich." Er hoffe, Obama werde in Berlin ein Signal geben, dass er die USA als erste Nation unter gleichen betrachte, das Völkerrecht respektiere, wirklichen Frieden in Nahost anstrebe und Armut in den USA bekämpfen wolle.

Foto: (c) AP, Reuters

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