Berlusconi-Callgirl hatte Todesangst

Nach heißer Nacht

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Berlusconi-Callgirl hatte Todesangst

In der italienischen Zeitung "Il Fatto Quotidiano" wurden erste Auszüge aus der Autobiographie "Gradisca, Presidente" von Callgirl Patrizia D'Addario veröffentlicht. Darin schildert sie die Nacht mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in allen pikanten Details. Aber sie geht noch weiter und erhebt schwere Vorwürfe.

Im November 2008 wurde sie für Berlusconis Villa angeheuert. Für 2.000 Euro sollte sie an einer Gruppensex-Party teilnehmen. Mit zwanzig anderen Frauen erschien sie am Palazzo Grazioli, es war aber nur ein einziger Mann zugegen: Berlusconi. Er bestimmte über die Frauen wie ein Scheich. "Die Mädchen lagen ihm zu Füßen", so D'Addario.

Drohanrufe
"Er brauchte viele Streicheleinheiten. Er verhielt sich wie ein kleiner Junge auf dem Jahrmarkt, der ein Geschenk bekommen hat", schildert sie die Nacht mit Berlusconi. Der wahre Grund, warum sie zu der Sex-Party ging, war: Sie wollte die Hilfe des Ministerpräsidenten bei einem Grundstücksstreit. Diese wurde ihr versichert, das Versprechen hielt Berlusconi aber nicht ein.

Statt Hilfe bekam D'Addario in den folgenden Tagen Drohanrufe. Unbekannte drohten mit der Vergewaltigung ihrer Tochter. Ihre Mutter wurde von falschen Polizisten "besucht". D'Addario selbst wurde von einem getarnten Schläger, der ihre Wohnung verwüstete, beinahe vergewaltigt.

Sogar um ihr Leben musste sie fürchten. Bei einer Fahrt nach Bitonto wurde sie von einem anderen Pkw gerammt. Mit ihrer Autobiografie wolle sie nun den wahren, gefährlichen Berlusconi zeigen, sagte sie. So sollen andere Frauen vor ihm geschützt werden. D'Addario hat sich selbst den besten Schutz verschafft. Seitdem sie mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit gegangen ist, haben die Drohungen aufgehört.

Film in den Startlöchern
Am Mittwoch erscheint das Buch in Italien. Aufgelegt wurden 15.000 Exemplare des 242-seitigen Buchs, das D'Addario mit der Journalistin Maddalena Tulanti geschrieben hat. "Die ganze Wahrheit der berühmtesten Escort Lady der Welt", heißt es auf der Titelseite, in dem ein Foto der blonden und attraktiven D'Addario zu sehen ist. Gedruckt wird sie vom italienischen Verlag Aliberti, der sofort eine zweite Auflage veröffentlichen will, sollte das Buch erfolgreich sein. "D'Addario ist kein Call Girl, sie ist viel mehr. Ihr Leben ist eine symbolische Geschichte rund um das Thema der Rolle der Frauen, ihres Körpers und ihrer Würde im heutigen Italien", sagte Tulanti.

Aus dem Buch soll auch ein Film werden. Die Dreharbeiten werden Ende dieses Monats in der süditalienischen Hafenstadt Bari, der Heimatstadt D'Addarios, beginnen. Das Callgirl soll darin sich selbst spielen. Weitere Frauen, die zu Berlusconis Partys eingeladen wurden, sollen im Film auftreten. Produziert wird der Film vom größten privaten TV-Kanal Süditaliens, Telenorba.

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