Berlusconi muss länger im Spital bleiben

Große Schmerzen

Berlusconi muss länger im Spital bleiben

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi, der am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung in Mailand von einem mutmaßlich geistig Verwirrten angegriffen und verletzt wurde, klagt über Schmerzen. Berlusconi sei "mit Schmerzen am Hals" aufgewacht, teilte sein Sprecher, Paolo Bonaiuti, am Mittwoch mit. Dies sei "etwas beunruhigend", weil nun auch frühere Schmerzen des Regierungschefs in dem Bereich zurückgekehrt seien, sagte Bonaiuti. Berlusconi wurde noch am Mittwoch von seinem persönlichen Arzt Alberto Zangrillo untersucht. Jetzt steht fest, dass er bis Donnerstag im Spital bleiben wird.

Die Ärzte dringen darauf, dass sich der Premierminister eine zweiwöchige Ruhepause gönnt, um von der Unterlippenverletzung und der Nasenfraktur zu genesen. Der 42-jährige Massimo T. hatte dem Premierminister bei einer Parteiveranstaltung in Mailand eine Alabaster-Miniatur des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Berlusconi hatte einen halben Liter Blut verloren. Wegen seiner Verletzungen wird Berlusconi sehr wahrscheinlich auf die geplante Pressekonferenz zum Jahresende verzichten müssen. Eine für Mittwoch geplante Reise zum Weltklimagipfel nach Dänemark hatte Berlusconi nach dem Angriff am Sonntag bereits abgesagt.

Genesungswünsche von Obama
Berlusconi erhielt am Dienstagabend einen Telefonanruf von US-Präsident Barack Obama, der den Angriff auf den Premierminister verurteilte und ihm eine baldige Genesung wünschte, berichtete der Sprecher des US-Sicherheitsrats, Mike Hammer. Obama dankte Berlusconi für seine Bereitschaft, die Zahl italienischer Soldaten in Afghanistan aufzustocken.

Findige Geschäftsleute haben derweil eine neue Einnahmequelle gefunden: Statuen des blutenden Berlusconi. In Neapel werden diese Figuren bereits an zahlreichen Ständen angeboten - und sie sind der Renner.

berlusconi-figur_ap © AP

(C) AP

"Hasskampagne" verursachte Attentat
Trotz der Aufforderung des italienischen Staatschefs Giorgio Napolitano an die Parteien, moderatere Töne in der politischen Debatte anzuschlagen, kam es am Dienstag in der Abgeordnetenkammer zu spannungsgeladenen Momenten bei der Diskussion über den Angriff auf Berlusconi. Der Fraktionschef der Berlusconi-Partei in der Abgeordnetenkammer, Fabrizio Cicchitto, beschuldigte die Mediengruppe Repubblica-L'Espresso, die Oppositionspartei Italien der Werte um Antonio Di Pietro und die oppositionelle Demokratische Partei (PD), mit ihrer "Hasskampagne" gegen Berlusconi den psychisch labilen Massimo T. zu seiner Tat am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung in Mailand getrieben zu haben.

"Der Täter hat unter dem Einfluss einer scharfen Hasskampagne gegen Berlusconi gehandelt, für die jeder seine Verantwortung übernehmen muss", erklärte Cicchitto. Als sich Di Pietro zu Worte melden wollte, verließen die Parlamentarier der PDL aus Protest den Saal. Die PDL macht ihn für die "Hetzjagd" auf den Medienzaren verantwortlich. Der Ex-Staatsanwalt erwiderte scharf: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir führen die Opposition gegen diese Regierung, nicht weil wir Berlusconi hassen, sondern weil wir unser Land lieben."

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