Berlusconi nennt Kritiker

Silvio ausgepfiffen

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Berlusconi nennt Kritiker "Kommunisten"

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, der mit dem Vorwurf konfrontiert ist, Frauen dafür bezahlt zu haben, damit diese zu Partys in seinen Residenzen in Rom und auf Sardinien kamen, bekommt jetzt die Wut der Wählerschaft zu spüren. Bei einer Wahlveranstaltung in Cinisello Balsamo bei Mailand am Freitagabend wurde der Premier von rund 100 Personen heftig ausgepfiffen. "Schande"! Ihr seid nur arme Kommunisten. Geht arbeiten!", reagierte Berlusconi auf die Buh-Rufe empört.

Bilder nicht mehr veröffentlichen
Auch der Garant für den Schutz der Privatsphäre beschäftigte sich mit dem Fall Berlusconi. Der Garant beschloss, dass Fotos, die in Berlusconis sardischer Sommerresidenz Villa Certosa geschossen wurden, nicht veröffentlicht werden dürfen, da somit die Privatsphäre des Premierministers verletzt würde. Alle anderen Bilder können gedruckt werden, beschloss der Garant in Bezug auf Fotos, die der sardische Fotograf Antonello Zappadu zwischen 2006 und 2009 auf Sardinien geschossen hatte.

Silvio wollte Fotos beschlagnahmen
Berlusconi hatte die Konfiszierung der rund 5.000 Fotos Zappadus gefordert. Einige seiner Fotos, in denen Berlusconi mit attraktiven Frauen im Park seiner Luxusvilla zu sehen ist, waren in den vergangenen Tagen veröffentlicht worden.

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Patrizia bekamt 1.000 Euro
Die Affäre rund um Partys und Prostitution wurden von der 42-jährigen Patrizia D'Addario ausgelöst. Diese hatte gegenüber den Ermittlern ausgesagt, dass sie vorigen Herbst gemeinsam mit dem mit Berlusconi befreundeten Unternehmer Giampaolo Tarantini zu zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz Palazzo Grazioli eingeladen worden sei. Dafür seien ihr 2.000 Euro versprochen worden. Da sie bei Berlusconi nicht übernachtet hatte, wurden ihr nur 1.000 Euro gezahlt. Sie legte den Staatsanwälten ein Video vor, das sie in Berlusconis Schlafzimmer in seiner Privatresidenz in Rom aufgenommen hatte.

Begünstigung der Prostitution?
Weitere vier junge Frauen wurden am Samstag von der Staatsanwaltschaft von Bari vernommen. Die Staatsanwalt hat im Zusammenhang mit den Aussagen der Frauen, sie hätten gegen Bezahlung an Partys von Premier Berlusconi teilgenommen, Ermittlungen wegen Begünstigung der Prostitution aufgenommen. Die Ermittlungen betreffen jedoch nicht den Regierungschef, versicherte zumindest dessen Anwalt Nicolo Ghedini.

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