Bewaffnete verschleppen europäische Helfer

Somalia

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Bewaffnete verschleppen europäische Helfer

Bewaffnete Männer haben in Somalia vier europäische Mitarbeiter einer französischen Hilfsorganisation und ihre beiden Piloten entführt. Die Angehörigen der Organisation Action contre la Faim (ACF) seien am Mittwoch bei Dhusa Mareb unweit der äthiopischen Grenze überfallen und verschleppt worden, bestätigte ACF in Paris. Nach Angaben des belgischen Außenministeriums handelt es sich um einen Helfer aus Belgien, zwei aus Frankreich und einen aus Bulgarien. Die Piloten stammen aus Kenia. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Auch über mögliche Lösegeldforderungen gab es zunächst keine Informationen.

Auf dem Weg nach Nairobi
Ein somalischer Augenzeuge sagte, bei den europäischen Helfern handle es sich um drei Frauen und einen Mann. Sie seien mit ihren Piloten auf der Landepiste des Flughafens der Ortschaft 350 Kilometer nördlich der somalischen Hauptstadt Mogadischu entführt worden. Von dort aus hatte das Team eigentlich an Bord einer von der EU-Kommission gecharterten Maschine zum Stützpunkt ihrer Hilfsorganisation in der kenianischen Hauptstadt Nairobi fliegen wollen. Die Geiselnehmer zerrten sie in einen Wagen und flüchteten.

Krisenstab eingerichtet
Der französische Außenminister Bernard Kouchner kündigte an, alles dafür zu tun, die Geiseln so schnell wie möglich zu befreien. Ein Krisenzentrum habe die Arbeit aufgenommen. Die Namen der Opfer wurden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben.

Die Organisation Action contre la Faim (Aktion gegen den Hunger) hat 14 ausländische und 219 einheimische Mitarbeiter in Somalia. Seit 1992 betreibt die Organisation Gesundheits- und Wasserversorgungsprojekte in dem krisengeschüttelten ostafrikanischen Land. Seit 1991 gibt es in Somalia keine funktionierende Zentralregierung mehr. Nahezu täglich kommt es zu Kämpfen zwischen islamistischen Rebellen und Soldaten der Übergangsregierung, die von Äthiopien unterstützt wird.

Kein Einzelfall
In Somalia haben Entführungen von Ausländern und Angehörigen von Hilfsorganisationen in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Die Entführer verlangen für die Freilassung ähnlich wie die Piraten vor Somalias Küste regelmäßig Lösegeld; teils wird auch eine Freilassung von gefangenen Mitkämpfern gefordert.

In einem anderen Entführungsfall verlangten somalische Geiselnehmer unterdessen eine Lösegeldsumme von drei Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) für die Freilassung einer Japanerin und eines Niederländers, die in Äthiopien für die französische Hilfsorganisation Medecins du Monde (Ärzte der Welt) arbeiteten und im September verschleppt wurden. Ein Anrufer, der sich als Sprecher der Entführer ausgab, sagte der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat, das er von einem unbekannten Ort führte, das Geld wolle er für die Freilassung von Kampfgefährten in äthiopischen Gefängnissen einsetzen.

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