Beziehung wird zur Staatsaffäre

Berlusconis Blondine

© AP, Getty

Beziehung wird zur Staatsaffäre

Die Beziehung zwischen dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi und einer 18-Jährigen ist in Italien zur Staatsaffäre aufgerückt. Die regierungskritische Tageszeitung "La Repubblica" stellte dem einflussreichen Medienzaren zehn Fragen zu seiner rätselhaften Freundschaft zur blonden Neapolitanerin Noemi Letizia, zu deren 18. Geburtstagsfest der Premierminister vor wenigen Wochen nach Neapel gefahren war. Wenige Tage später hatte Berlusconis Ehefrau Veronica Lario ihrem Mann öffentlich den Laufpass gegeben und ihn beschuldigt, mit "Minderjährigen" zu verkehren.

Gold-Collier
Hintergrund der Bemerkung war, dass der Premierminister extra nach Neapel gefahren war, um Noemi Letizia bei deren Geburtstagsfeier einen Überraschungsbesuch abzustatten. "Papi", wie Berlusconi von dem Mädchen liebevoll genannt wird, brachte als kleines Geschenk für die Volljährigkeit des Mädchens ein mit Diamanten besetztes Gold-Collier mit.

Die 10 Fragen von "La Repubblica" an Berlusconi:

  1. Herr Ministerpräsident, wann haben Sie den Vater von Noemi Letizia kennen gelernt?
  2. Im Zuge dieser Bekanntschaft, die laut ihren Aussagen eine "lange und gute" ist, haben sie sich wie oft und zu welchen Zwecken getroffen?
  3. Was sind dir Gründe ihrer Freundschaft mit Benedetto Letizia?
  4. Haben Sie mit Benedetto Letizia über Vorschläge diskutiert, die noch nicht im Parlament behandelt wurden?
  5. Wann haben sie Noemi Letizia kennen gelernt?
  6. Wie oft und wo haben Sie Noemi getroffen?
  7. Unterstützen Sie die Familie finanziell?
  8. Schädigt die angebliche unterstützung für Noemie (für ihrer Karriere) nicht das Ansehen ihres Amts und ihrer Partei?
  9. Ihre Ehefrau hat gesagt, dass Sie mit "minderjährigen verkehren". Heißt das, sie haben Kontakt mit weiteren jungen Frauen?
  10. Wie steht es um die Gesundheit des Ministerpräsidenten?

Affäre oder Tochter?
Der Beziehung zwischen Berlusconi und der 18-Jährigen versuchen italienische Tageszeitungen seit Wochen auf den Grund zu kommen. Gerätselt wird, ob Berlusconi eine Affäre mit dem Mädchen, oder mit deren Mutter hatte. Überprüft werden auch die Verbindungen zwischen Berlusconi und Noemis Vater, Benedetto Letizia, ein Beamter der Gemeinde von Casoria bei Neapel. Berlusconi hatte behauptet, dass Letizia der Ex-Chauffeur des verstorbenen Regierungschefs Bettino Craxi war, mit dem der Medienzar eng befreundet war. Letizia hatte jedoch diese Information dementiert. Spekuliert wird jetzt sogar darüber, dass Noemi eine geheime Tochter Berlusconis sei. Die Mailänder Tageszeitung "Sole 24 Ore" entdeckte, dass Noemi Letizia 16 Wohnungen im Raum von Neapel besitzt.

Merhmalige Treffen
"La Repubblica" berichtete, dass Berlusconi die junge Frau bei mindestens einer Gelegenheit schon früher und ohne Begleitung ihrer Eltern getroffen habe. Zuletzt habe Noemi allein an einem Galadiner in der prunkvollen Villa Madama in Rom teilgenommen, bei dem sich neben Berlusconi auch große Namen der Modewelt und der Industrie eingefunden hatten. Sollte der Bericht zutreffen, würde dies bedeuten, dass der Politiker und Großunternehmer öffentlich gelogen hat. Berlusconi hatte nämlich mehrfach betont, dass er Noemi nur durch ihre Eltern kenne und sich außerhalb des familiären Umfelds nie mit ihr getroffen habe. Noemi betonte in einem Interview mit der Tageszeitung "Corriere del Mezzogiorno, dass Berlusconi sie "aufgezogen" habe. Er habe sie stet mit Geschenken "überhäuft".

Berlusconi empört
Berlusconi reagierte empört auf die Kampagne von "La Repubblica". "Ich sehe nicht ein, warum ich den Medien über private Angelegenheiten einer befreundeten Familie Auskunft geben sollte. Ihr seid eine Presse, derer man sich schämen muss", sagte Berlusconi einem Journalisten der Tageszeitung, der ihm Fragen über Noemi Letizia zu stellen versuchte.

Opposition verlangt Aufklärung
Doch Klarheit über die Beziehungen zwischen dem Premierminister und der blonden 18-Jährigen verlangt jetzt auch Italiens stärkste Oppositionspartei PD (Demokratische Partei). "Die Privatsphäre muss zwar respektiert werden, doch Berlusconi ist ein sehr mächtiger Regierungschef, der die totale Transparenz seines Verhaltens gewährleisten sollte", sagte Luigi Zanda, Vize-Fraktionschef im römischen Senat.

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