Bhutto besucht Heimatort

Schwere Bewachung

Bhutto besucht Heimatort

Neun Tage nach dem verheerenden Terroranschlag mit 143 Toten hat die pakistanische Ex-Premierministerin Benazir Bhutto erstmals ihre schwer bewachte Residenz in Karachi verlassen und in ihrem Heimatort das Grab ihres 1979 hingerichteten Vaters Zulfikar Ali Bhutto aufgesucht. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen einer eigenen Schutztruppe reiste die Vorsitzende der Pakistanischen Volkspartei (PPP) am Samstag von Karachi in ihr südliches Heimatdorf Garhi Khuda Baksh bei Larkana. Nach einem 45-minütigen Besuch des Mausoleums winkte sie rund 2000 Anhängern zu und sagte vor Journalisten, sie sei sich bewusst, dass weitere Anschläge auf sie folgen könnten.

Gefahr allgegenwärtig
"Es gibt immer die Gefahr von Angriffen gegen mich, aber ich habe keine Angst, weil Gott mein endgültiger Lebensretter ist", sagte sie. "Ich habe so viele loyale Anhänger, die bereit sind, zu meinem Schutz ihr Leben zu riskieren, dass es keine Notwendigkeit gibt, Angst zu haben." Hunderte von Anhängern liefen auf der 100 Kilometer langen Fahrt vom Flughafen in Sukkur neben Bhuttos Fahrzeugkonvoi, der mit hoher Geschwindigkeit fuhr. Das Mausoleum im Herkunftsort der Bhuttos wurde von mehreren hundert privaten Sicherheitsleuten abgesperrt, die selbst Polizisten den Zutritt zur Grabstätte Zulfikar Ali Bhuttos verwehrte.

Vor ihrem Abflug in Karachi sagte die PPP-Vorsitzende, es sei für sie eine sehr emotionale Reise. "Ganz Pakistan ist mein Wahlkreis, aber es begann alles in Larkana." Ihr Vater war der erste gewählte Präsident und Ministerpräsident Pakistans; er wurde 1977 vom Militär unter General Zia ul-Haq gestürzt und 1979 hingerichtet.

Leichen entdeckt
Im Nordwesten Pakistans wurden am Samstag die enthaupteten Leichen von vier Sicherheitsbeamten entdeckt. Ein Sprecher des radikalen Geistlichen Maulana Fazalullah sagte, sieben weitere Insassen eines bei Swat entführten Kleinbusses seien ebenfalls getötet worden. Über die Täter sagte der Sprecher namens Sirajuddin: "Es waren gewöhnliche Leute, die uns unterstützen, weil sie die Durchsetzung islamischer Gesetze wollen." Maulana Fazalullah hatte nach der Erstürmung der von militanten Islamisten besetzten Rote Moschee in Islambad am 10. Juli zum "Heiligen Krieg" gegen das Regime von Staatschef Pervez Musharraf aufgerufen. Am Donnerstag waren bei einem Selbstmordanschlag im Distrikt Swat 19 Soldaten und sechs Zivilisten getötet worden. Die Regierung hatte am Mittwoch in Swat 2500 Soldaten gegen den radikalen Geistlichen in Stellung gebracht.

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