Auf Guantanamo

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Bin-Ladens Propagandist schuldig gesprochen

Der mutmaßliche frühere Propagandist und Leibwächter von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist von einem Militärgericht im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba schuldig gesprochen worden. Der Jemenit Ali Hamza al Bahlul wurde wegen Verschwörung, Anstiftung zum Mord, Terrorismus und materieller Unterstützung schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll in einer weiteren Anhörung verkündet werden, ihm droht lebenslange Haft.

Treueschwur auf Bin Laden
Laut Anklage produzierte Bahlul ein Propagandavideo über den Selbstmordanschlag auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" in Jemen, bei dem im Jahr 2000 insgesamt 17 Menschen getötet wurden. Außerdem soll er ein Video über den letzten Willen des Todespiloten vom 11. September 2001, Mohammed Atta, gedreht haben. Das Pentagon wirft dem 39-Jährigen darüber hinaus vor, einen Treueschwur auf Osama bin Laden geleistet sowie als Leibwächter und persönlicher Sekretär für ihn gearbeitet zu haben. Bahlul hat jetzt die Möglichkeit, das Urteil vor einem US-Berufungsgericht und in letzter Instanz beim Obersten Gericht anzufechten.

Akzeptierte Gericht nicht
Bahlul hatte sich in der Vergangenheit betont herausfordernd verhalten. Anhörungen vor Beginn des eigentlichen Verfahrens Ende Oktober nutzte er zu Provokationen der Militärkommission. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch betrat er im Mai den Gerichtssaal mit einem Plakat, auf dem auf Englisch und Arabisch "Boykott" geschrieben stand. Außerdem soll er erneut Bin Laden die Treue geschworen haben. Er legte seine Staatsbürgerschaft mit dem Argument ab, dass der Jemen mit den USA kooperiere und erklärte den Prozess für illegal. Im August untersagte er dem ihm zugewiesenen Verteidiger in seinem Namen zu sprechen.

Der Prozess gegen den 39-Jährigen war erst der zweite vor einer der umstrittenen Militärkommissionen in Guantanamo. Im August wurde der frühere Fahrer von Bin Laden, der Jemenit Salim Hamdan, zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die aus Offizieren zusammengesetzten Kommissionen stehen in den USA und weltweit in der Kritik. Bürgerrechtler bemängeln es als verfassungswidrig, weil die Rechte des Angeklagten im Vergleich zu ordentlichen Gerichten eingeschränkt sind. Im Lager Guantanamo sitzen derzeit 255 Terrorverdächtige ein, angeklagt wurden bisher erst 20.

Foto: (c) Reuters

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