Bisher 86 Tote bei Kämpfen im Nordirak

Türkisches Militär

Bisher 86 Tote bei Kämpfen im Nordirak

Die türkische Armee hat ihre Offensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK am Samstag im Nordirak fortgesetzt. Die türkische Luftwaffe unterstütze den Einsatz tausender Soldaten mit F-16 Kampfflugzeugen, berichteten türkische Medien. Ziel seien zunächst Stellungen PKK etwa 20 Kilometer hinter der Grenze, in denen bis zu 1000 Kämpfer vermutet würden. Unterdessen starb ein türkischer Offizier auf türkischer Seite der Grenze zum Irak bei Minenräumarbeiten.

Immer mehr Opfer
Bei den Gefechten zwischen türkischen Soldaten und kurdischen Rebelle sind nach Armeeangaben 79 Aufständische getötet worden. In den eigenen Reihen seien sieben Soldaten ums Leben gekommen, teilte der türkische Generalstab mit. "Die Offensive wird weiterhin mit Entschlossenheit vorangetrieben", hieß es. Die PKK sprach zuletzt von 22 gefallenen Türken und gab die eigenen Verluste mit fünf Verwundeten an.

UN kritisiert Militäraktion
Bei der Bodenoffensive sind nach türkischen Angaben bisher mindestens 24 PKK-Kämpfer und fünf Soldaten getötet worden. International löste die Offensive Besorgnis aus. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon kritisierte den Einsatz der Armee. Ihm seien die Bedenken der Türkei zwar bewusst, gleichwohl bekräftige er seine Aufforderung zu größtmöglicher Zurückhaltung und zu Respekt vor der internationalen Grenze zwischen dem Irak und der Türkei. Zugleich forderte er die PKK auf, ihre Terrorattacken auf türkisches Gebiet einzustellen.

Kampf gegen die PKK
Bei den jüngsten Kämpfen im Nordirak sind nach Angaben der türkischen Streitkräfte insgesamt fast 50 Menschen ums Leben gekommen. Fünf Soldaten und 24 kurdische Rebellen seien während der Bodenoffensive der türkischen Armee getötet worden, 20 weitere seien bei Luftangriffen ums Leben gekommen, teilten die Streitkräfte am Freitag mit. Die Offensive werde so lange fortgesetzt, bis die Bedrohung durch die PKK ende.

8.000 Soldaten im Einsatz
Aus Militärkreisen hieß es, der Einsatz werde am Samstag verstärkt. Den Kreisen zufolge waren zwei Brigaden mit ungefähr 8.000 Soldaten im Einsatz; das wäre möglicherweise die größte Offensive im Nordirak seit zehn Jahren. Irakische Quellen sprachen dagegen lediglich von Hunderten Soldaten.

Luft- und Bodenoffensive
Die Türkei hatte am Donnerstagabend erstmals eine großangelegte Bodenoffensive im Nordirak gestartet. Die Luftwaffe unterstützte den Einsatz gegen mutmaßliche Stützpunkte der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Grenzgebiet. Der türkische Generalstab teilte mit, der Einsatz richte sich nur gegen die als Terrororganisation eingestufte PKK und sei zeitlich begrenzt. Vor dem Beginn des Einsatzes hatte Ankara die USA informiert.

Parlament billigte Einsatz bereits im Oktober
Bereits seit Mitte Dezember flog die Luftwaffe Angriffe auf mutmaßliche Rebellenstellungen. Seitdem gab es auch einige Gefechte zwischen türkischen Soldaten und PKK-Kämpfern am Boden, bisher aber noch keine umfassende Bodenoffensive. Im Oktober hatte das Parlament in Ankara eine grenzüberschreitende Offensive prinzipiell gebilligt.

US-Unterstützung
Die USA haben ihre Unterstützung für die türkische Offensive gegen kurdische Kämpfer im Norden des Irak erklärt. Die PKK sei der gemeinsame Feind der USA und der Türkei, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Freitagabend in Washington. Sie sei auch ein Feind des irakischen Volkes. Rice forderte die Türkei jedoch auf, bei ihrem Vorgehen die Lage im Irak nicht zu destabilisieren.

Kurden beschuldigen die USA
Die Autonomieregierung der irakischen Kurden macht die USA für die Großoffensive der türkischen Armee im Norden des Iraks verantwortlich. Ein kurdischer Regierungssprecher forderte am Samstag in Arbil zugleich den Rückzug der türkischen Truppen, die am Donnerstag einen Einsatz gegen Lager der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK begonnen hatten. Ohne die USA hätte sich die Türkei eine solche Verletzung der irakischen Souveränität nicht erlaubt. Für den Konflikt mit der PKK gebe es keine militärische Lösung, sagte er.

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