Blutiges Ende des Geiseldramas in Kashmir

Mindestens elf Tote

Blutiges Ende des Geiseldramas in Kashmir

Regierungssoldaten haben am Donnerstag im indischen Teil von Kaschmir eine Geiselnahme gewaltsam beendet. Während einer zwanzigstündigen Schießerei in der Stadt Jammu kamen mindestens elf Menschen ums Leben - die drei Geiselnehmer, drei Soldaten, zwei Geiseln und drei unbeteiligte Bewohner. Sechs weitere Geiseln, darunter vier Kinder, wurden nach Militärangaben befreit. Islamische Rebellen, die gegen die indische Herrschaft in Kaschmir kämpfen, besetzten ein einstöckiges Haus am Rand von Jammu, der Winterhauptstadt des indischen Unionsstaates Jammu und Kaschmir und verschanzten sich dort. Das Geiseldrama begann, als die Behörden im Kaschmir-Tal das drei Tage zuvor verhängte Ausgehverbot für zwei Stunden aufhoben, damit die Bevölkerung Nahrungsmittel kaufen konnte.

Schwere Unruhen
Die derzeitigen schweren Unruhen im indischen Teil von Kaschmir begannen im Juni mit Protesten islamischer Einwohner gegen Pläne der Regierung, einem Hindu-Schrein Land zuzuteilen. Seitdem kamen mindestens 42 Menschen ums Leben. Die meisten wurden von Soldaten getötet, die das Feuer auf Demonstranten eröffneten. Wegen der angespannten Lage wurden die Truppen an der Grenze zu Pakistan in Alarmbereitschaft versetzt.

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Separatisten für die Unabhängigkeit oder den Anschluss an Pakistan. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um das geteilte Kaschmir. Ein seit Ende 2003 geltender Waffenstillstand schließt die muslimischen Extremisten nicht ein.

UN-Kontrolle
Als Großbritannien 1947 den Subkontinent in die Unabhängigkeit entließ und mehrheitlich muslimisch besiedelte Gebiete den neuen Staat Pakistan bildeten, optierte der Maharadscha von Kaschmir, Hari Singh, selbst ein Sikh, für den Beitritt seines Fürstentums mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung zur Indischen Union. Rund 60 Prozent der Fläche kamen zu Indien (1957 wurde der Unionsstaat Jammu und Kaschmir geschaffen), während der nordwestliche Teil als "Azad Kaschmir" (Freies Kaschmir) unter pakistanische Verwaltung gestellt wurde. Die Grenze bildet die Waffenstillstandslinie von 1949. Sie ist 750 Kilometer lang und steht unter UNO-Kontrolle.

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