Buh-Rufe für Palin und McCain mit Peitsche

Scharfe Töne

Buh-Rufe für Palin und McCain mit Peitsche

Sarah Palins Stern sinkt und sinkt. Am Samstagabend (Ortszeit) begab sich die Republikanerin im Wachovia Center von Philadelphia, Pennsylvania, aufs Eis, um die Eishockey-Saison in der Stadt mit einem traditionellen Puck-Wurf zu eröffnen. Es wurde ein in vieler Hinsicht rutschiger Auftritt. Denn statt des erwarteten Beifallssturms erntete die Gouverneurin von Alaska 90 Sekunden lang Buhrufe, die jeglichen Applaus auf den Rängen übertönten – und das in einem zwischen Republikanern und Demokraten heiß umkämpften Bundesstaat.

„Fans, zeigt Klasse!“, wurde vergeblich auf einer großen Leuchttafel an das Publikum appelliert. Tapfer lächelnd hielt Palin dem Sturm der Antipathie stand, der anhielt, bis sie sich selbst auf die Ränge verzog, um einen Teil des Spiels anzuschauen.

Leere Worte
Die selbst ernannte Sauberfrau vom Lande war angetreten, um in Washington so richtig aufzuräumen: mit „Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit und Würde“, wie sie wiederholt verkündete. Mittlerweile hat sie als Moralapostel der Republikaner ausgedient: Mitten im Endspurt des US-Wahlkampfes wurde sie von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, in dem vor allem Republikaner saßen, des Amtsmissbrauchs überführt.

Keine Sauberfrau
Sie benützte ihre Macht als Gouverneurin, um ihren Ex-Schwager, einen Polizisten, der mit der Familie im Clinch lag, aus dem Amt zu schmeißen. „Gouverneurin Palin ließ bewusst unzulässigen Druck auf mehrere Untergebene ausüben, um ein persönliches Anliegen voranzubringen“, stellt der Bericht fest. Der Spruch der Kommission bedeutet einen herben Rückschlag für das Lager von McCain.

McCain holt die Peitsche
Präsidentschaftskandidat John McCain versucht nun, Land zu gewinnen. Vor der letzten Fernsehdebatte im Wahlkampf kündigte er an, er werde beim Aufeinandertreffen mit Barack Obama am Mittwoch die Peitsche mitbringen. Wörtlich sagte McCain, er werde Obama "den - ihr wisst schon was - auspeitschen".

Republikaner liegen hinten
McCain räumte ein, dass er in den Umfragen "ein paar Prozentpunkte" hinter dem Kandidaten der Demokraten liege. "Aber wir sind mitten drin im Spiel", versicherte der 72-jährige Senator. Die Finanzkrise habe ihm ihn den vergangenen zwei Wochen etwas geschadet. Jetzt wollten die Wähler aber vor allem Erfahrung und eine Vision.

Gemeinsamer Auftritt am Montag
Zusammen mit seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Palin tritt McCain am Montag in Virginia auf. Dieser bisher als Hochburg der Republikaner geltende Staat ist mittlerweile zwischen beiden Lagern heftig umkämpft.

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