Bundeswehr beschießt Zivilisten

Afghanistan

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Bundeswehr beschießt Zivilisten

Deutsche Soldaten haben am Freitag in der nordafghanischen Provinz Kunduz einen afghanischen Zivilisten beschossen und verletzt. Der Mann sei mit seinem Wagen auf die Soldaten zugefahren und habe trotz aller Warnsignale nicht gebremst, sagte Bundeswehrsprecher Jürgen Mertins der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Zivilist sei im Wiederaufbauteam in Kunduz operiert worden. Zu dem Vorfall sei es in der Unruheprovinz Khar Darah zehn Kilometer westlich des Bundeswehrlagers gekommen.

Raketenwarnung
Für das Bundeswehrcamp in Kunduz wurde am Nachmittag Raketenwarnung ausgerufen. Zunächst kam es am Freitag aber nicht zu einem Angriff. Der letzte Raketenangriff auf das Feldlager liegt nach Angaben der Bundeswehr mehr als ein Vierteljahr zurück. Im Großraum Kunduz wurden am Freitag mehrere Feuergefechte zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Aufständischen gemeldet. Deutsche Soldaten waren nach Angaben der Bundeswehr nicht in Kämpfe verwickelt. Angaben über eventuelle Opfer lagen zunächst nicht vor.

Der Gouverneur von Kunduz hat den bisherigen Einsatz der Bundeswehr als "wirkungslos" kritisiert. Angesichts der schlechten Sicherheitslage in der Region forderte Gouverneur Mohammad Omar in Kunduz mehr amerikanisches Engagement. "Wir haben einen Feind und wissen, dass er uns töten will", sagte er mit Blick auf die Taliban. "Unsere (deutschen) Freunde beobachten das und retten uns nicht. Nun müssen wir unsere anderen (amerikanischen) Freunde bitten, uns zu retten."

Mutter und vier Kinder tot
Bei einer Bombenexplosion in Südafghanistan kam unterdessen am Freitag eine Mutter mit ihren vier Kindern ums Leben. Das Auto der Familie sei von einem am Straßenrand versteckten Sprengsatz zerrissen worden, teilte ein Sprecher der afghanischen Grenzpolizei mit. Der Vater der Kinder und ein weiterer Verwandter hätten die Explosion überlebt. Der Sprengsatz sei vermutlich für afghanische oder ausländische Sicherheitskräfte bestimmt gewesen, sagte der Polizeisprecher. Die Explosion ereignete sich im Bezirk Spin Boldak der afghanischen Provinz Kandahar, nahe der Grenze zu Pakistan.

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