Bush hält an Irak-Strategie fest

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Bush hält an Irak-Strategie fest

Trotz wachsenden innenpolitischen Drucks will US-Präsident George W. Bush einem Bericht der "Washington Post" zufolge an seiner Strategie im Irak festhalten. Die Zeitung berichtete am Freitagabend (Ortszeit) auf ihrer Internetseite, hochrangige Vertreter des Weißen Hauses erwarteten keine größeren Änderungen vor 2008. Ein am 15. September fälliger Bericht des US-Oberkommandierenden im Irak, General David Petraeus, dürfte den Bush-Mitarbeitern zufolge eine positive Bilanz der im Februar verkündeten Truppenaufstockung ziehen. Angesichts der katastrophalen Sicherheitslage hatte Bush die Erhöhung der Truppenzahl von 130.000 auf 160.000 Soldaten beschlossen.

Heftige Debatten in USA
Das Vorgehen der USA im Irak, wo die Gewalt zwischen verfeindeten Volks- und Religionsgruppen andauert, wird in Washington derzeit heftig debattiert. Als jüngster Rückschlag für Bush wurde eine Stellungnahme des einflussreichen Senators John Warner am Donnerstag gewertet. Warner, der zu Bushs Republikanern gehört, hatte einen Beginn des Truppenabzugs noch vor Weihnachten verlangt. Dem Bericht der "Washington Post" zufolge ist aber vor April keinerlei Entscheidung vorgesehen. "Wir wissen alle, dass es eine langfristige, solide Truppenpräsenz geben wird, die über die Amtszeit des Präsidenten hinausgehen wird", sagte ein Bush-Mitarbeiter dem Blatt zufolge. Bushs Amtszeit geht Ende 2008 zu Ende.

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US-Generalstabschef Peter Pace will US-Präsident George W. Bush einem Zeitungsbericht zufolge raten, die US-Truppen im Irak im kommenden Jahr drastisch zu reduzieren. Nach Ansicht des Generals wäre es eine schwerwiegende Belastung für die Streitkräfte, weiterhin über 100.000 Mann in dem umkämpften Land zu stationieren, berichtete die Zeitung "Los Angeles Times" am Freitag unter Berufung auf Regierungs- und Militärkreise.

Bush soll noch keine Empfehlung erhalten haben
Zur Zeit sind mehr als 160.000 Soldaten im Irak stationiert, eine Reduzierung auf unter 100.000 Mann würde somit den Abzug von etwa 40 Prozent der Truppen bedeuten. Die Empfehlung zur Truppenreduzierung will Pace dem Präsidenten der Zeitung zufolge nicht in einem offiziellen Bericht, sondern in einem privaten Rahmen geben.

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, Bush habe bisher keinerlei Empfehlung von Pace erhalten. Der Generalstabschef selbst bezeichnete den Artikel als "reine Spekulation", dementierte ihn allerdings nicht. Die Empfehlung für einen Truppenabzug könnte im Widerspruch zu einem anstehenden Bericht des Oberkommandierenden der US-Streitkräfte im Irak, David Petraeus, stehen. Dieser muss dem US-Kongress im September zusammen mit dem US-Botschafter in Bagdad, Ryan Crocker, einen Bericht über die Lage im Irak vorstellen. Es wird gemutmaßt, dass Petraeus darin empfehlen wird, die Truppenstärke im Irak beizubehalten.

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