Chaos nach Rumänien-Wahl

Präsidentenamt

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Chaos nach Rumänien-Wahl

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Rumänien lag am Sonntag Sozialdemokraten-Chef Mircea Geoana laut Prognosen dreier Meinungsforschungsinstitute in Führung. Wie aus Umfragen des Instituts INSOMAR nach Wahlschluss hervorging, lag Geoana mit 51,6 Prozent der Stimmen knapp vor seinem Herausforderer, Amtsinhaber Traian Basescu, der 48,4 Prozent erhalten hat. Auch in einer Umfrage des Instituts CCSB liegt Geoana mit 51,2 Prozent knapp vor Basescu. Auch die CURS/TVR-Umfrage platziert Geoana mit 50,8 Prozent hauchdünn vor Basescu.

Zwei Sieger
Laut einer CSOP/IRES-Umfrage erhielten jedoch beide Kandidaten jeweils 50 Prozent. Es handelt sich um 18.00 Uhr (MEZ) erstellte Prognosen. Die vorwiegend Geoana wählende Landbevölkerung hatte häufiger in den Morgenstunden gewählt. Die eher Basescu-orientierte Stadtbevölkerung gab eher gegen Wahlschluss ihre Stimme ab. Auch berücksichtigen die derzeitigen Zwischenergebnisse nicht die Auslandswähler, die traditionell Basescu unterstützen. Der Toleranzspielraum beträgt bei den Umfragen allgemein bei etwa 1 Prozent.

Sowohl Geoana als auch Basescu bezeichneten sich als Sieger. Geoana dankte seinen Unterstützern und freute sich über einen "schönen Abend für die rumänische Demokratie". Er versprach, ab morgen "der Präsident aller Rumänen zu sein, jener, die mich gewählt und jener, die mich nicht gewählt haben".

Hohe Wahlbeteiligung
Basescu betonte, dass die Rumänen durch die hohe Wahlbeteiligung gezeigt hätten, dass sie sich einen "Mitspieler und kein Spielzeug" als Präsidenten wünschen. Angesichts der ihm feindlich gesinnten und gesetzwidrigen Kampagne einiger Fernsehsender am heutigen Wahlsonntag sagte Basescu, dass er "die Methoden einer Sender kenne" und versicherte, dass um 18.00 Uhr die korrekten Umfragen gezeigte hätten, dass er Geoana überholt habe.

Illegale Veröffentlichung der Ergebnisse
Kurz vor Schließung der Wahllokale hatten mehrere Medien gegen die Bestimmungen des Wahlgesetzes verstoßen. Opfer der verbotenen Wahlpropaganda schien vor allem der Amtsinhaber Basescu gewesen zu sein. Sein Herausforderer Geoana führte in Exit-Polls, deren Zwischenergebnisse auf illegale Weise veröffentlicht wurden, mit drei Prozentpunkten. Der offen Basescu-feindliche Privatsender "Antena 3" sendete eine Talkshow, an der sich unter anderem namhafte Politiker beteiligen, die ohne Ausnahme Geoana unterstützten.

Die Wahlbeteiligung belief sich um 18.00 Uhr auf 53,51 Prozent. Mit geschätzten 60 Prozent bis Wahlschluss lag sie deutlich höher als bei der ersten Wahlrunde am 22. November, als insgesamt 54,32 der wahlberechtigten Rumänen ihre Stimme abgaben. Offizielle Ergebnisse sind frühestens in 24 Stunden zu erwarten.

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