Christen fliehen nach Morden aus Mossul

Irak

© Reuters

Christen fliehen nach Morden aus Mossul

Nach den jüngsten Morden an Christen im nordirakischen Mossul haben binnen nur drei Tagen 295 christliche Familien die Stadt verlassen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak am Freitag unter Berufung auf einen Sprecher der irakischen Christenpartei Chaldäische Demokratische Union. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen fanden die Christen Unterschlupf in fünf nahe gelegenen Dörfern, in denen mehrheitlich Christen und Kurden wohnen. Sie wohnten jetzt zum Teil vorübergehend in Schulen und verlassenen Gebäuden, hieß es. Seit Wochenbeginn haben Extremisten in der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul fünf Angehörige der christlichen Minderheit ermordet.

Die durch die Flucht ihrer Mitglieder ins Ausland stark geschrumpften christlichen Gemeinden sind in der Frage der Auswanderung aber gespalten. So hat sich etwa die chaldäisch-katholische Kirche in Einzelfällen für die Aufnahme akut bedrohter Familien in Europa ausgesprochen. Gleichzeitig will sie jedoch verhindern, dass durch die Abwanderung aus dem Irak eine der ältesten christlichen Gemeinden der Welt aufgelöst wird.

Die US-Armee berichtete unterdessen, amerikanische Soldaten hätten am Freitag in Mossul und in einem rund 70 Kilometer südlich der Stadt gelegenen Gebiet insgesamt acht mutmaßliche Terroristen gefangen genommen. Laut Aswat al-Irak starben in Mossul am Freitag zwei Zivilisten, als gleichzeitig nebeneinander zwei Sprengsätze im Stadtzentrum explodierten. Zwölf Menschen wurden durch die Bomben verletzt, die in zwei Plastiksackerln versteckt waren. Bei einem ähnlichen Anschlag in Bagdads südlichem Stadtteil Al-Dura starb bei Zivilist, ein weiterer erlitt Verletzungen.

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