Das ist Barack Obama

Im Porträt

Das ist Barack Obama

Selten zuvor habe eine Persönlichkeit so sehr die Hoffnung auf eine bessere Zukunft vermittelt und die Aufmerksamkeit der Welt in Bann gezogen, befand das Nobelkomitee des norwegischen Parlaments, das am Freitag den Friedensnobelpreis 2009 dem US-Präsidenten Barack Obama zugesprochen hat. "Seine Diplomatie beruht auf dem Konzept, dass diejenigen, die die Welt führen, dies auf der Grundlage von Werten und Haltungen tun müssen, welche von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden." Das Komitee merkte an, dass Obamas Vision für eine Welt ohne Atomwaffen bei der Preisentscheidung eine besondere Rolle gespielt habe. "Obama hat als Präsident ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen."

Erster schwarzer US-Präsident
Obama ist der erste schwarze US-Präsident. Bereits seine Kandidatur um das höchste Amt im Land galt als Zeichen, dass die Rassenschranken in den Vereinigten Staaten niedriger werden. In seiner bisherigen Amtszeit hat er sich vor allem für eine Welt ohne Atomwaffen stark gemacht und sich bemüht, das Verhältnis zu den Muslimen zu verbessern.

Obama wurde am 4. August 1961 als Sohn eines Austauschstudenten aus Kenia und einer weißen Amerikanerin auf Hawaii geboren. Dort wuchs er die ersten Jahre auf. Nach der Trennung der Eltern heiratete die Mutter einen Indonesier, die Familie zog nach Jakarta, wo Obama bis 1971 auf die Schule ging. Danach wuchs er bei seinen mütterlichen weißen Großeltern in Hawaii auf.

Nach einem Politikstudium in New York, Sozialarbeit in Chicago und einem Jusstudium an der Eliteuniversität Harvard lehrte Obama an der Universität von Chicago Rechtswissenschaft - und bereitete sich auf seine politische Karriere vor. 1996 schaffte er den Sprung in den Senat des US-Staates Illinois, 2004 in den US-Senat in Washington. Bereits im Februar 2007 kündigte Obama seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten an. Zunächst galt er als hoffnungsloser Außenseiter. Wahlexperten waren überzeugt, dass Obama gegen die ehemalige First Lady Hillary Rodham Clinton keine Chance habe. Doch er überzeugte mit rhetorischer Brillanz, die die Menschen fesselte. Seine Botschaft war eingängig: "Hoffnung", "Wandel" und "Versöhnung".

Höchstes US-Amt am 20.01.2009 angetreten
Am 20. Jänner 2009 wurde Barack Obama in Washington als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. In seiner ersten Rede schwor er seine Landsleute nach der Bush-Ära auf einen Neuanfang in Amerika ein und forderte "eine neue Ära" von Verantwortung und Frieden. Obama gilt als nachdenklicher, pragmatischer linksliberaler Politiker, der vor allem den ritualhaften Parteienstreit und den Politikstil in Washington überwinden will. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Beschränkung des Einflusses der Lobbyisten und höhere Steuern für die Reichen. Obama will die US-Truppen aus dem Irak zurückziehen, von den Europäern erwartet er aber ein stärkeres Engagement in Afghanistan.

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