Doppelmord erschüttert Litauens Politik

Kinderschänder-Mord

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Doppelmord erschüttert Litauens Politik

Ein spektakulärer Doppelmord mit politischen Aspekten erschüttert Litauen. Ein 47-jähriger Richter wurde Montagfrüh in der zweitgrößten Stadt Litauens, Kaunas, auf offener Straße mit vier Schüssen regelrecht hingerichtet. Ebenfalls am Montag in Kaunas ermordet aufgefunden wurde eine 29-Jährige, die offenbar die Ex-Freundin des Mordverdächtigen ist.

Pädophilie-Vorwürfe
Es gibt Hinweise, dass die beiden Morde im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen den Richter stehen, er habe sich gemeinsam mit zwei anderen an der Tochter des Verdächtigen, des Kaunaser Geschäftsmanns Drasius K. vergangen. Einer der beiden anderen angeblichen Kinderschänder ist der ehemalige litauische Parlamentspräsident Viktoras Muntianas.

Richter Jonas Furmanavicius wurde nach Polizeiangaben auf der Fahrt zur Arbeit am Kaunaser Landesgericht von einem weißen Kleinbus gestoppt. Als er seinen Pkw verließ, wurde der 47-Jährige mit drei Schüssen aus einer Pistole in den Unterleib und einem Schuss in den Kopf getötet.

Bei der wenige Stunden später ermordeten die 29-Jährigen, die um die Mittagszeit erschossen aufgefunden wurde handelt es sich offenbar um die Mutter der Tochter des Verdächtigen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang. Der 37-jährige Geschäftsmann K. gilt als Hauptverdächtiger in dem Drama. Sein Vater wird ebenfalls von der Polizei gesucht. Die beiden sind flüchtig. Jener VW-Bus, den der oder die Mörder vermutlich benützten, wurde von der Polizei am Montagnachmittag sicher gestellt.

Internationaler Kinderpornoring
Richter Furmanavicius stand im Verdacht, einem internationalen Ring von Pädophilen anzugehören. Der Mordverdächtige K. hatte angeblich an zahlreiche Politiker in Litauen und in Brüssel DVDs verschickt, in dem er das Missbrauchschicksal seiner fünfjährigen Tochter beschrieb sowie Furmanavicius und Muntianas ebenso wie einen weiteren Politiker, Andrius Usas, beschuldigte, Kinderschänder zu sein.

Muntianas und Usas waren ursprünglich Mitglieder der "Arbeitspartei" des umstrittenen russisch-litauischen Geschäftsmanns und Politikers Viktor Uspaskich. Sie gehören heute aber anderen politischen Gruppierungen an.

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