Drei Tote bei US-Angriff in Basra

Irak

© Reuters

Drei Tote bei US-Angriff in Basra

Bei einem US-Luftangriff in der südirakischen Stadt Basra sind mindestens drei zivile Bewohner getötet worden. Drei weitere Menschen waren noch unter den Trümmern des Wohnhauses verschüttet, wie Augenzeugen am Donnerstag berichteten.

Angriff vor dem Abendgebet
"Während wir uns auf das Abendgebet vorbereitet haben, hat ein US-Flugzeug das Haus bombardiert", sagte der Nachbar Hadj Djuwad dem Fernsehnachrichtendienst APTN. "Wir eilten hinzu, um Überlebende zu retten, hatten aber keinen Erfolg. "Der Vater, die Mutter und ein kleiner Junge wurden getötet und drei weitere unter den Trümmern begraben."

Der Angriff am Mittwochabend richtete sich nach Angaben der US-Streitkräfte gegen einen Extremisten. Basra war in den vergangenen Tagen Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen der irakischen Armee und der Mahdi-Miliz des schiitischen Geistlichen Muktada al-Madra, der den Abzug der US-Truppen aus dem Irak fordert. Dabei griffen auch mehrfach US-Kampfflugzeuge zur Unterstützung der Regierungstruppen ein. Der Stadtteil Kibla, in dem sich das zerstörte Wohnhaus befand, gilt als Hochburg der Mahdi-Miliz.

Im Norden Iraks kamen bei einem Selbstmordanschlag am Donnerstag mindestens sieben Menschen ums Leben. Zwölf wurden verletzt, wie ein irakischer Militärsprecher mitteilte. Der Selbstmordattentäter zündete seine Bombe an einem Kontrollpunkt der irakischen Armee in der Region Addajah, rund 30 Kilometer westlich von Mossul.

Unter den Toten sind auch eine Frau und ein fünfjähriges Kind. Mossul gilt als Zentrum der sunnitischen Aufstandsbewegung und des Terrornetzwerks Al Kaida. In Bagdad wurden bei Anschlägen am Donnerstag zwei Menschen getötet und 13 verletzt.

Eine Million Iraker soll gegen die USA protestieren
Der radikal-schiitische Prediger Muktada al-Sadr hat seine Anhänger aufgefordert, in Millionenstärke gegen die US-Präsenz im Irak zu demonstrieren. Der Marsch solle am 9. April in Najaf stattfinden, dem fünften Jahrestag des Falls von Bagdad, erklärte das Büro Al-Sadrs am Donnerstag in der den Schiiten heiligen Stadt. US-Streitkräfte griffen in Basra und Hilla erneut mutmaßliche Ziele von Rebellen an. Dabei wurden mehrere Menschen getötet. Für Freitag rief Al-Sadr seine Anhänger in Bagdad dazu auf, mit Sitzblockaden gegen die Angriffe zu protestieren.

"Die Zeit ist gekommen, unsere Ablehnung auszudrücken und unsere Stimmen laut zu erheben: Gegen die ungerechten Besatzer, die Feinde der Nationen und der Menschlichkeit und gegen die von den Besatzern an unserem ehrenhaften Volk verübten furchtbaren Massaker", hieß es in der Erklärung Al-Sadrs. Najaf ist der Ort einer jährlichen Pilgerfahrt von Schiiten, zu der oftmals Hunderttausende anreisen. Al-Sadr verfügt in der Bevölkerung über mehrere Millionen Anhänger.

Ein Sprecher des irakischen Innenministeriums sagte, solange die Demonstration friedlich bleibe, werde die Regierung nicht gegen sie vorgehen. Kämpfer Al-Sadrs lieferten sich in der vergangenen Woche im gesamten Süden des Landes schwere Gefechte mit irakischen und US-Truppen. Die Kämpfe weiteten sich von Basra bis nach Bagdad aus. Der Konflikt verdeutlicht den tiefen Riss, der durch die schiitische Bevölkerung geht. Am Sonntag befahl Al-Sadr den Kämpfern seiner Mehdi-Miliz, die Gefechte einzustellen.

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