Drei deutsche Soldaten bei Anschlag in Afghanistan verletzt

Bei Kunduz

Drei deutsche Soldaten bei Anschlag in Afghanistan verletzt

Zwei der Deutschen seien mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in eine Klinik in das Feldlager Mazar-i-Sharif geflogen worden, erklärte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam. Der dritte Soldat habe leichte Verletzungen erlitten. Der Attentäter habe die Patrouille etwa 35 Kilometer südlich von Kunduz vermutlich auf einem Motorrad angegriffen.

Kunduz gilt als gefährlichste Unruheregion im Norden Afghanistans, für den die Bundeswehr die militärische Verantwortung trägt. Die Bundeswehr war dort schon häufig Ziel von Anschlägen und Angriffen. Im Mai 2007 waren drei Bundeswehr-Soldaten bei einem Anschlag auf einem belebten Markt in Kundus getötet worden.

Deutsche Geisel wieder frei
Ein vor knapp zwei Wochen in Kabul entführter Deutsch-Afghane ist wieder frei. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes wurde er am Donnerstag in der Früh bei einem Einsatz befreit. "Wir haben gestern Informationen erhalten, dass er sich in einer Gegend außerhalb Kabuls aufhält", sagte der stellvertretende Geheimdienstchef Abdullah Laghmani bei einer Pressekonferenz in Kabul. Daraufhin habe ein Geheimdienst-Kommando ihn gegen 04.00 Uhr früh Ortszeit befreit. Drei Männer seien dabei festgenommen worden.

Der Deutsch-Afghane sagte auf der Pressekonferenz, seine Entführer hätten drei Millionen Dollar (1,94 Mio. Euro) Lösegeld Lösegeld für seine Freilassung gefordert und damit gedroht, ihm eine Hand und ein Ohr abzuschneiden, wenn nicht gezahlt würde. Die deutsche Regierung hatte von einem kriminellen Hintergrund der Entführung gesprochen. Die Entführung des deutsch-afghanischen Geschäftsmanns, dem in Kabul ein Hotel gehört, war am Mittwoch bekanntgeworden.

Ein Offizier des afghanischen Geheimdienstes NDS, der anonym bleiben wollte, sagte, zur Befreiung des Geschäftsmannes sei es im Distrikt Bagram in der Provinz Parwan rund 50 Kilometer nördlich von Kabul gekommen. Neben den drei Festgenommenen suche man nach weiteren Mittätern. Aus Sicherheitskreisen in Kabul hatte es am Mittwoch geheißen, der Geschäftsmann sei seit rund einem halben Jahr wieder in Afghanistan und abends nach der Arbeit in der Hauptstadt Kabul entführt worden. Man gehe weder von einem politischen Motiv noch von einem Bezug zu Deutschland aus.

Offensichtlich handle es sich um einen Fall mit kriminellem Hintergrund und "um einen typischen Fall der hiesigen Entführungsindustrie", hatte es weiter geheißen. Entführungen mit kriminellem Hintergrund haben landesweit, aber auch in der schwer gesicherten Hauptstadt Kabul, deutlich zugenommen. Am 16. Dezember 2007 war der Deutsche Harald Kleber in der Provinz Herat im Westen des Landes entführt worden. Sein Schicksal ist weiter ungewiss. Möglicherweise wurde der Tischler wegen privater Streitigkeiten entführt.

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