Drohungen aus Wien gegen Serbiens Präsident Tadic

Drohbrief

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Drohungen aus Wien gegen Serbiens Präsident Tadic

Ein in Wien aufgegebener handgeschriebener Brief mit der Unterschrift "Gerechte Serben" droht dem serbischen Präsidenten Boris Tadic mit Ermordung. Das Schreiben war am Freitag an das Wiener Büro der von einem deutschen Verlag herausgegebenen serbischsprachigen Diaspora-Zeitung "Vesti" geschickt worden, wie das Blatt in seiner Samstag-Ausgabe berichtet.

Drohung wegen Kradzic-Auslieferung
Der auf Serbisch verfasste Brief droht Tadic mit einem Selbstmordanschlag, weil dieser "Diebe und Henker" entlasse und dafür "serbische Idole" - gemeint ist offenbar der vor zwei Wochen verhaftete und an das Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal überstellte bosnisch-serbische Ex-Präsident Radovan Karadzic - festnehme. "Ich habe die Aufgabe bekommen, der zweite Gavrilo Princip (Attentäter auf Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo 1914, Anm.) zu sein, und das ist mir eine Ehre. Ich werde der erste Serbe sein, der Euch mit umgebundenen Sprengstoff in die Luft sprengen wird", droht der anonyme Autor laut einer an die APA übermittelten "Vesti"-Übersetzung. "Es hat begonnen zu ticken: Tik, tak, tik, bumm."

Auch Zeitung bedroht
Der Text droht auch der Zeitung selbst: Die Redaktion werde "in die Luft fliegen", sollte der Brief "bis zum Heiligen Ilija" (2. August, orthodoxes Fest des biblischen Propheten Elija, Anm.) nicht veröffentlicht werden.

"Vesti" hat den Brief nach eigenen Angaben an das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) weitergeleitet. Beim LVT hieß es am Samstagvormittag, es werde keine Stellungnahme zu dem Fall abgegeben.

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