ETA-Anschlag auf Kaserne im Baskenland

Explosion

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ETA-Anschlag auf Kaserne im Baskenland

Die baskische Untergrundorganisation ETA ("Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit") hat am Freitag ihre Aufkündigung des Waffenstillstands wahr gemacht und im spanischen Baskenland einen Autobombenanschlag verübt. Zwei Mitglieder der Guardia Civil wurden durch die Explosion vor ihrer Kaserne in Durango verletzt. Sie befanden sich Freitag Mittag aber wieder auf dem Weg der Besserung. "Alles deutet auf die ETA hin", sagte ein Sprecher der Guardia Civil, zunächst bekannte sich jedoch niemand zu dem Anschlag.

Massaker wurde verhindert
Spaniens Polizeichef Joan Mesquida sagte, "ein echtes Massaker" sei knapp verhindert worden. Die ETA, welche die Loslösung des Baskenlandes von Spanien anstrebt, hatte am 5. Juni eine von ihr im März 2006 erklärte Waffenruhe aufgekündigt.

Die starke Explosion habe sich um 3.30 Uhr in der Kleinstadt Durango, etwa 30 Kilometer östlich von Bilbao, ereignet, sagte ein Sprecher der baskischen Verkehrswacht. "Wir wurden wegen einer Explosion alarmiert, die zwei Zivilgardisten leicht verletzt habe", sagte der Sprecher weiter. Die Betroffenen hätten Schnittwunden erlitten.

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Polizeichef Mesquida gab an, bei dem Anschlag seien 80 bis 100 Kilogramm Sprengstoff verwendet worden. Der Lieferwagen mit der Bombe sei von den Tätern extra nah am Gebäude der Kaserne geparkt worden, um die Wirksamkeit zu erhöhen. In den Kasernen leben nicht nur die Zivilgardisten, sondern auch deren Familien.

Keine telefonische Warnung
Vor dem Anschlag habe es keinerlei telefonische Warnung gegeben, sagte der Sprecher der Verkehrswacht. In der Vergangenheit meldete die ETA sich vor Sprengstoffanschlägen meistens mit einem Hinweis, um Opfer unter Zivilisten zu vermeiden. Der Radiosender Cadena Ser erinnerte jedoch am Freitag daran, dass die ETA Anschläge auf Sicherheitskräfte bislang meist ohne Vorwarnung verübt habe.

Vor diesem ersten Anschlag seit dem Ende der Waffenruhe hatte die spanische Polizei am 21. Juni ein Auto beschlagnahmt, das mit 130 Kilogramm Sprengstoff beladen war. ETA-Mitglieder hatten das in Portugal zugelassene Fahrzeug kurz vor einer Straßenkontrolle überstürzt verlassen. Laut Mesquida hatte auch das explodierte Fluchtfahrzeug ein portugiesisches Kennzeichen. Die Sicherheitsbehörden fürchten, dass die ETA mittlerweile auch in Portugal Fuß gefasst hat. Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba hatte noch am Donnerstag vor einem bevorstehenden Anschlag gewarnt.

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In ersten politischen Reaktionen wurde die Politiker der in Spanien an sich verbotenen extremistische Baskenpartei Batasuna ("Einheit") in die Pflicht genommen und aufgefordert, sich von dem Attentat zu distanzieren. "Wir werden uns die Reaktion genau anschauen, um zu sehen, ob sich etwas geändert hat oder alles beim Alten geblieben ist", forderte etwa der Generalsekretär der regierenden Sozialisten (PSOE), Jose Blanco. Große Hoffnung, dass "Batasuna", die als politischer Arm der ETA ("Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit"), gilt, tatsächlich den Anschlag verurteilen werde, habe er aber nicht, meinte Bono.

Politische Einheit von Opposition gefordert
Ähnlich reagierte die oppositionelle Volkspartei (Partido Popular). Sie forderte zudem die "politische Einheit im Kampf gegen den Terrorismus" ein. Dabei hatte die Volkspartei über Monate hinweg die Politik des sozialistischen Premiers Jose Luis Rodriguez Zapatero kritisiert, der einen Dialog mit der ETA gesucht hatte. Anfang Juni kündigte die ETA - offenbar unter dem Druck interner Hardliner - ihren einen Jahr zuvor erklärten Waffenstillstand auf.

Kaserne bereits in den 1980ern Ziel von Attentat
Laut einem Bericht der Tageszeitung "El Mundo" war die Kaserne von Durango bereits in den 1980-er-Jahren Ziel von ETA-Anschlägen gewesen. Am 31. März 1984 war das Gebäude mit Granaten beschossen worden, am 23. Juli 1986 scheiterte der Versuch eines Attentats. Die Polizei entdeckte damals rechtzeitig ein Fahrzeug, das mit Granatwerfern bestückt war.

Die ETA hat im Laufe von 40 Jahren bei Anschlägen und Attentaten 819 Menschen getötet. In den vergangenen Wochen war sie vor allem durch Ermittlungserfolge der französischen Behörden unter Druck geraten. Diese nahmen Ende Juli unter anderem den Logistikchef der ETA fest. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wollte am Freitag bei einem Besuch im französischen Baskenland in Bayonne zum Kampf gegen den Terrorismus Stellung nehmen.

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