ETA verübt Doppelanschlag im Baskenland

Terror kehrt zurück

ETA verübt Doppelanschlag im Baskenland

Mutmaßliche Terroristen der Untergrundorganisation ETA haben bei zwei Anschlägen mit Autobomben im spanischen Baskenland schwere Zerstörungen angerichtet. Bei einem der Anschläge wurden nach Angaben der Behörden am Sonntag zudem elf Menschen verletzt. Eine Autobombe mit etwa 100 Kilogramm Sprengstoff war in der Nähe des Polizeikommissariats der Küstenortschaft Ondarroa bei Bilbao detoniert.

Polizei im Visier der Terroristen
"Die ETA wollte ein Massaker anrichten", sagte der baskische Innenminister Javier Balza. Die Organisation habe es darauf abgesehen gehabt, möglichst viele Beamte zu töten. Kurz vor der Explosion der Bombe hätten die Terroristen zwei Brandsätze in die Polizeidienststelle geworfen, um die Beamten aus dem Gebäude zu treiben. Die Polizisten seien jedoch nicht durch den Haupteingang geflüchtet, wo das Auto mit der Bombe abgestellt war, sondern durch eine Hintertür.

Unter den Verletzten waren drei Beamte. Acht Passanten erlitten Verletzungen, als sie von der Druckwelle erfasst wurden. Die Fassade des Polizeigebäudes wurde an mehreren Stellen eingedrückt. Durch die Wucht der Explosion wurden im Umkreis von 400 Metern Wohnungen, Läden und Autos beschädigt.

Anschlag auch in Vitoria
Wenige Stunden vor dem Anschlag war in Vitoria eine Autobombe mit ebenfalls etwa 100 Kilogramm Sprengstoff explodiert. Bei dem Anschlag in der Hauptstadt des spanischen Baskenlands wurden keine Menschen verletzt. Die Bombe explodierte in einem Geschäftsviertel vor dem neuen Hauptsitz einer Sparkasse. Das vor nicht einmal einem Jahr eingeweihte Gebäude mit einer markanten Fassade aus Metall und Glas wurde stark beschädigt.

Ein anonymer Anrufer hatte 45 Minuten vor der Explosion bei der Polizei im Namen der ETA eine Warnung vor der Bombe durchgegeben. Daraufhin ließ die Polizei das Gebiet räumen und absperren. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sagte: "Der demokratische Staat wird nicht einen Millimeter vor der ETA zurückweichen."

Racheakt?
Die Anschläge könnten ein Racheakt der Separatisten für das jüngste Vorgehen der spanischen Justiz gegen das Umfeld der ETA gewesen sein. Zwei baskische Separatistenparteien waren wegen Unterstützung des Terrorismus verboten worden. Zudem wurden 21 Mitglieder einer Hilfsorganisation für inhaftierte ETA-Terroristen zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt.

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