Ein Toter nach Explosion in Bangkok Ein Toter nach Explosion in Bangkok

Am Flughafen

 

© EPA

Ein Toter nach Explosion in Bangkok

Bei der Explosion einer Bombe in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist Medienberichten zufolge ein Mensch ums Leben gekommen. Der Sprengsatz war nach Angaben der Rettungskräfte am Dienstag kurz nach Mitternacht (Ortszeit) auf dem von Demonstranten besetzt gehaltenen Inlandsflughafen Don Mueang hochgegangen. Wie die Zeitung "Nation" unter Berufung auf Krankenhausangaben auf ihrer Internetseite berichtete, wurden dabei 20 weitere Regierungsgegner verletzt.

Am besetzten Flughafen von Bangkok sind in der Nacht zu Montag nach fünf Tagen erstmals wieder Maschinen gestartet - allerdings leer. Die Regierungsgegner, die die Terminals belagern, erlaubten Fluggesellschaften, ihre Maschinen abzuholen und zu anderen Flughäfen zu bringen, damit zehntausende gestrandete Besucher aus Thailand abreisen können.

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Foto: (c) Reuters

Cobra schützt jetzt Österreicher
Die Anti-Terroreinheit "Cobra" unterstützt die österreichische diplomatische Vertretung in Bangkok. "Es gehört auch zu unseren Aufgaben, österreichische Missionen im Ausland zu unterstützen. Dementsprechend hat das Außenministerium das Innenministerium um Hilfe ersucht", sagte "Cobra"-Sprecher Detlef Polay. Zwei Beamte der Spezialeinheit sind bereits am Militärflughafen Utaphao eingetroffen. Ein dritter soll am Dienstag folgen.

Die "Cobra"-Angehörigen sollen sich zunächst einen Überblick verschaffen und Möglichkeiten erkunden, wie sie den Österreichern gemeinsam mit der Botschaft in Thailand helfen können. Dabei geht es nicht zuletzt um Unterstützung ausreisewilliger Personen. Ob die Polizisten in Bangkok stationiert sind oder in Utaphao, von wo derzeit Personen ausgeflogen werden, ist noch offen.

Derzeit sollen schätzungsweise 600 Österreicher in Thailand festsitzen.

Lage an Flughäfen unübersichtlich
Durch die Besetzung des Flughafens durch Anhänger der außerparlamentarischen Opposition PAD waren vergangenen Dienstag 88 Maschinen auf dem Flughafengelände gestrandet, berichtete die Zeitung "Nation". Thai Airways brachte die ersten Maschinen in der Nacht zum Militärflughafen U-Tapao sowie nach Chiang Mai und Phuket. Nach dem Bericht der Zeitung sitzen inzwischen 160.000 Besucher und Thailänder fest, deren Flüge aus Bangkok storniert werden mussten. Ein Ende des politischen Machtkampfs zwischen Regierung und PAD ist unterdessen nicht in Sicht.

Opposition kündigt Rückzug an
Die Regierungsgegner in Thailand von der oppositionellen "Volksallianz für Demokratie" (PAD) sind offenbar nunmehr bereit, den seit mehr als drei Monaten umzingelten Amtssitz des Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat in der Hauptstadt Bangkok zu räumen und sich in die von ihnen besetzten Flughäfen zurückzuziehen. Das sagte einer der Führer der Protestbewegung, der pensionierte General Chamlong Srimuang, am Montag. Die Belagerung des Regierungssitzes sei zu gefährlich geworden, sagte er. Somchai hält sich in der Stadt Chiang Mai im Norden auf.

50 Menschen verletzt - 250.000 sitzen fest
Der Ex-General rief die Demonstranten auf, ihre Gesinnungsgenossen zu unterstützen, die seit vergangener Woche den internationalen und den Inlands-Flughafen der thailändischen Hauptstadt besetzt halten. Am Wochenende wurden bei Anschlägen auf Regierungsgegner in Bangkok und einer Gegendemonstration von Regierungsanhängern mehr als 50 Menschen verletzt. Mehr als 250.000 Touristen und Geschäftsreisende sitzen in dem südostasiatischen Land fest.

Die von dem Pressemagnaten Sondhi Limthongkul gegründete PAD will den Rücktritt Somchais erzwingen, in dem sie nur eine Marionette seines Schwagers, des 2006 vom Militär gestürzten und exilierten Thaksin Shinawatra sieht, dem massive Korruption zur Last gelegt wird. Die PAD wird von den konservativen Eliten des Königreichs getragen, während die regierende "Partei der Volksmacht" (PPP) - Nachfolgeorganisation der aufgelösten Partei "Thai Rak Thai" (TRT) ("Thais lieben Thais") von Thaksin - von der armen Landbevölkerung unterstützt wird.

Verfassungsgericht entscheidet am Dienstag
Am Dienstag soll das Verfassungsgericht über ein Verbot der PPP entscheiden. Gegen die Regierungspartei läuft ein Verfahren wegen Wahlbetrugs und Stimmenkaufs bei dem Urnengang vom Dezember 2007. Der Regierungschef müsste im Fall der höchstgerichtlich angeordneten Auflösung seiner Partei umgehend zurücktreten. Armeechef General Anupong Paochinda hatte bisher ablehnend auf Forderungen nach einem Militärputsch reagiert und die Regierung gleichzeitig aufgefordert, unverzüglich Neuwahlen herbeizuführen, was Somchai ablehnt.

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