London-Wahl

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Endergebnis bestätigt Labour-Niederlage

Die historische Niederlage der in Großbritannien regierenden Labour-Partei bei Kommunalwahlen in England und Wales ist in der Nacht auf Samstag durch den Verlust des Bürgermeisteramtes in der Metropole London bekräftigt worden. Der 43-jährige Kandidat der Konservativen Partei, Boris Johnson, setzte sich knapp gegen den 62-jährigen Amtsinhaber Ken Livingstone durch.

Bereits zuvor hatte Premierminister Gordon Brown die schwere Niederlage von Labour eingestanden und erklärt, er werde die Ursachen studieren und Lehren für die Zukunft ziehen. Politische Beobachter gaben vor allem dem unpopulären Nachfolger von Tony Blair die Schuld an dem Debakel der Regierungspartei.

Johnson kam in London nach dem amtlichen Ergebnis auf nahezu 1,17 Millionen der abgegeben Stimmen. Livingstone lag mit einem Resultat von nahezu 1,03 Millionen Stimmen nur relativ knapp zurück. Die Wahlbeteiligung war für Londoner Verhältnisse mit fast 40 Prozent ungewöhnlich hoch. Auch deshalb hatte sich die Auszählung bis nach Mitternacht hingezogen.

Johnson würdigt Vorgänger
Nach der Verkündigung seines Sieges dankte Johnson seinen Wählern. Zugleich würdigte er in einer Ansprache die Leistungen seines Vorgängers. Er wolle ein Bürgermeister für alle Londoner sein und auch jene Wähler vertreten, die nicht für ihn gestimmt hätten, erklärte er. "Wir werden uns auf die Hauptinteressen der Bürger von London konzentrieren", sagte Johnson.

Livingstone gestand seine Niederlage ein. Er bedankte sich bei allen, die ihn in dem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Herausforderer unterstützt hatten. "Boris, die nächsten Jahre als Bürgermeister Londons werden die aufregendsten ihres Lebens sein", sagte Livingstone.

Mit dem Sieg auch in London krönten die Tories ihren Triumph bei den Kommunalwahlen über die regierende sozialdemokratisch orientierte Labour-Partei. Die Niederlage des Regierungslagers war am Freitagnachmittag bereits mit der Bekanntgabe des Endergebnisses der Wahlen zu den Kommunalvertretungen in 159 Städten und Gemeinden von England und Wales besiegelt worden. Danach büßte Labour mehr als 330 Mandate ein, während die Tories mehr als 250 hinzugewannen.

"Großartiger Tag für Konservative Partei"
Oppositionsführer David Cameron (41) sprach von einem "großartigen Tag für die Konservative Partei". Die Konservativen wollen nach seinen Worten nun Kurs darauf nehmen, bei allgemeinen Wahlen die Macht in der Downing Street zu erobern. Sie wollten aber nicht "auf dem Rücken einer versagenden Regierung" an die Macht gelangen, sondern aktiv ihre Politik erläutern und zeigen, dass und wie sie Großbritannien führen könnten.

Wann Parlamentswahlen stattfinden, ist jedoch noch völlig unklar. Als Premierminister kann Brown die Ansetzung der Wahlen noch bis Anfang 2010 hinausschieben. Angesichts der jetzigen Niederlage bei den Kommunalwahlen in England und Wales rechnen politische Beobachter zudem mit Auseinandersetzungen um die Amtsführung des glücklosen und in wachsendem Maße unpopulären Premierministers.

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