First Lady greift nach Präsidentenamt

Argentinien

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First Lady greift nach Präsidentenamt

Argentiniens First Lady Cristina Fernández Kirchner geht als haushohe Favoritin in die Präsidentschaftswahl am morgigen Sonntag. Die letzten Umfragen vor der Wahl, die am Freitag von der argentinischen Presse veröffentlicht wurden, sagten der 54-jährigen peronistischen Senatorin bereits in der ersten Runde einen klaren Wahlsieg voraus. Dazu müsste die Frau des scheidenden Staatschefs Néstor Kirchner mehr als 45 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Sollte sie zwischen 40 und 45 Prozent erhalten und um mindestens zehn Prozentpunkte vor dem Nächstplatzierten liegen, entfällt der zweite Wahlgang ebenfalls.

Erste Frau im Präsidentenamt?
An Platz zwei in den Umfragen steht die christlich-liberale Kandidatin Elisa Carrió mit bestenfalls 18 Prozent der Stimmen. Noch weiter abgeschlagen folgt der frühere Wirtschaftsminister Roberto Lavagna. Insgesamt bewerben sich 14 Kandidaten um das höchste Amt im Staat. Sollte Cristina Fernández die Wahl gewinnen, wäre sie die erste Frau, die in Argentinien ins Präsidentenamt gewählt wird. Isabel Martínez, die dritte Frau des früheren Präsidenten Juan Perón, war 1974 nach dem Tod ihres Mannes als Staatschefin eingesetzt worden.

Rund 27 Millionen Wahlberechtigte sind am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen. Die First Lady, die viele mit der US-Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton vergleichen, beendete ihren Wahlkampf am Donnerstag im Armenviertel La Matanza nahe Buenos Aires. In den viereinhalb Jahren seit dem Amtsantritt ihres Mannes seien viele Träume verwirklicht worden, sagte sie vor mehreren tausend Anhängern. Sollte sie gewählt werden, werde sie dafür sorgen, dass sich "weitere Träume" erfüllten.

Inflation
Seit dem Amtsantritt von Néstor Kirchner 2003 verzeichnete das argentinische Bruttoinlandsprodukt eine Steigerung um 45 Prozent, und die Arbeitslosenrate konnte nach amtlichen Angaben von einst 20 Prozent unter die Zehn-Prozent-Marke gedrückt werden. Allerdings liegt die Inflationsrate in Argentinien laut unabhängigen Wirtschaftsexperten in diesem und im kommenden Jahr zwischen 15 und 20 Prozent.

Die Opposition hält den von Cristina Fernández und ihrer Front für den Sieg (Frente para la Victoria, FV) verbreiteten Erfolgsmeldungen entgegen, dass breite Bevölkerungsschichten weiter mit schwierigen Lebensbedingungen zu kämpfen haben. Rund ein Drittel der erwerbsfähigen Bevölkerung, insbesondere Frauen und junge Menschen, sind arbeitslos oder unterbeschäftigt und müssen im Durchschnitt mit umgerechnet weniger als dreieinhalb Euro am Tag auskommen.

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