Flughäfen: Putin verhängt Urlaubssperre

Russland

Flughäfen: Putin verhängt Urlaubssperre

Nach den tagelangen Stromausfällen und der Schließung der beiden größten Flughäfen Moskaus hat Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin eine Urlaubssperre verhängt. "Kein Urlaub mehr von jetzt ab; jeder muss am Arbeitsplatz sein", sagte Putin am Mittwoch auf einer Kabinettssitzung, an der Manager der Flughäfen und der nationalen Fluggesellschaft teilnahmen. Die rund zehn Tage Urlaub zum Jahresbeginn sind für die Russen eine feste Tradition. Fast das gesamte Land kommt in der Zeit zum Stillstand.

Tausende saßen fest
Eisregen und Stromausfälle hatten Tausende Reisende an den Moskauer Flughäfen festgesetzt. Erschöpfte und aufgebrachte Passagiere rangen um Informationen über ihre Flüge. Zahllose Gepäckstücke gingen verloren. Die Verpflegung der auf ihren Koffern oder auf dem Boden campierenden Passagiere war unzureichend. Rund 20.000 Passagiere waren von Flugverspätungen betroffen, teilte die Tourismusbehörde mit. Am Flughafen Scheremetjewo, wo die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot ihren Hauptsitz hat, griffen wütende Reisende die Aeroflot-Mitarbeiter tätlich an. Im Flughafen wagten sich die Angestellten ihren Kunden kaum noch unter die Augen.

Moskau: 48.000 ohne Strom
Unterdessen hat sich die Lage etwas gebessert. Nach wie vor sind aber etwa 48.000 Menschen in Moskau ohne Strom. Putin warnte, Heizungen könnten einfrieren und platzen. Eine Besserung des Wetters sei nicht in Aussicht. "Es ist unsere Aufgabe zu verhindern, dass die Lage sich zu einer Katastrophe auswächst", sagte Putin. Das Innenministerium forderte er auf, die öffentliche Ordnung in den Wohngebieten aufrecht zu erhalten, in denen der Strom noch immer ausgefallen ist.

Präsidentschaft: Beratungen über erneute Kandidatur Putins
Putin gab unterdessen bekannt, vor einer Entscheidung über eine mögliche erneute Kandidatur für das Präsidentenamt das Gespräch mit dem derzeitigen Amtsinhaber Dmitri Medwedew zu suchen. "Wir werden uns einigen, wir werden überlegen, wir werden sehen", sagte Putin am Mittwoch. Zugleich bekräftigte er, es sei "zu früh, darüber zu reden". In Russland wird der Staatschef 2012 neu gewählt.

Putin durfte nach zwei vierjährigen Amtszeiten von 2000 bis 2008 laut Verfassung nicht zum dritten Mal in Folge antreten. Er wurde Regierungschef und Chef der Partei Einiges Russland, die in der russischen Parteienlandschaft ohne ernsthafte Widersacher ist. Auch Medwedew, der im März 2008 zu Putins Nachfolger gewählt worden war, hat sich für 2012 noch nicht festgelegt.

 

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