Game over, Hillary

ÖSTERREICH

Game over, Hillary

Hillary Clinton hat die US-Vorwahl der Demokraten auf der Karibikinsel Puerto Rico mit großer Mehrheit gewonnen. Dennoch liegt ihr Konkurrent Barack Obama nach 48 Vorwahlen bei den Delegiertenstimmen praktisch uneinholbar vorn.

US-Medien gehen fast übereinstimmend davon aus, dass Obama bis Ende dieser Woche die notwendige Anzahl der Delegierten zu seiner Nominierung hinter sich bringen kann. Die letzten beiden Vorwahlen sind am Dienstag in den US-Staaten South Dakota und Montana.

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Clinton kam nach Auszählung von 99 Prozent der Wahlbezirke auf 68 Prozent der Stimmen in Puerto Rico. Auf Obama entfielen lediglich 32 Prozent. Allerdings können die Bewohner der Insel, die mit den USA assoziiert ist, bei der Präsidentenwahl nicht abstimmen.

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Zahlreiche Spekulationen
In den USA laufen die Spekulationen unterdessen auf Hochtouren: Wann räumt die Ex-First-Lady das Feld für ihren siegreichen Rivalen, den „schwarzen Kennedy“ Barack Obama?

Die eigene Partei hatte zuletzt gegen Hillary Clinton entschieden. Clinton hatte die Wahlen in Florida und Michigan gewonnen, bekam aber jetzt für beide Staaten nur die Hälfte der Stimmen zugesprochen - der „letzte Todesstoß“, wie US-Medien titelten. (Der Grund dafür war, dass die Wahlen illegal vorverlegt wurden.) Clinton hatte bis zuletzt gehofft, dass der Regelausschuss der Demokraten die Stimmen doch noch in voller Stärke zählen könnte.

Doch die 30 Ausschussmitglieder winkten nach neunstündigen, teils turbulenten Beratungen ab: Die Florida- und Michigan-Delegierten erhalten nur eine halbe Stimme. Clinton holt damit bloß 24 Delegierte auf. Zu wenig, um jemals an Obama heranzukommen. „Game over“, urteilten Experten trocken. Auch die Stimmen, die Hillary gestern in Puerto Rico gewann, können ihr zum Sieg nicht mehr helfen.

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Obamas Siegerrede
Obama steht laut der neuen Wahlkampfarithmetik im knappsten Vorwahl-Thriller der US-Geschichte nun mit 2.070 Delegierten vor Hillary mit 1.915 knapp vor dem Sieg.

Am Dienstag finden die letzten beiden Vorwahlen in South Dakota (15) und Montana (16) statt. Die Unterstützung weiterer "Superdelegierter", Parteigrößen, die ungebunden an Wahlresultate votieren dürfen, ist für Obama notwendig. Denn auch wenn er die beiden Bundesstaaten gewinnt, reichen die Stimmen nicht aus. Obama will ungeachtet des Endresultats mit einer rauschenden Rede in St. Paul (Minnesota) die Schlacht gegen seinen rechten Rivalen John McCain eröffnen.

Hillarys Aufgabe?
Trotz schriller Durchhalte-Parolen an ihre Fans scheint es Hillary nun „langsam zu dämmern“, so die New York Times, dass ihr seit Jahren minutiös vorbereiteter Plan für eine Rückkehr ins Weiße Haus gescheitert ist: Spekuliert wird über eine „große Rede“, wo sie ihre Niederlage eingestehen – und sich hinter Obama stellen könnte. Sogar geheime Deals, Hillary den bitteren Exit zu versüßen, soll es geben: Sie könnte etwa von Obama beauftragt werden, eine Totalreform des kaputten US-Gesundheitswesens zu orchestrieren.

Zerrissene Demokraten
Doch Obama stellt ihr zugleich auch die Rute ins Fenster: Hillary müsse sich entscheiden, wurde Sprecherin Anita Dunn deutlich, "wie geeint sie die Partei haben will". Und: Obama werde nicht ewig auf ihrem Gratulationsanruf warten.

Dabei werden die Aufrufe zur Versöhnung seitens der Parteiführung unüberhörbarer. Die wüste, fünfmonatige Schlammschlacht hat tiefe Gräben bei den Demokraten hinterlassen. Wutausbrüche von Hillary-Fans am Rande des Demokraten-Treffens illustrierten die explosive, teils rassistische Stimmung: „Wir werfen die Wahl weg“, brüllte eine Hillary-Anhängerin in die TV-Kameras: "Und für was? Für eine schwarzen Emporkömmling?“ Team Clinton gab sich also bis zuletzt kämpferisch und glaubt an den Sieg von Hillary.

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