Griechenland stellt Sanierungsplan vor

Kraftakt

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Griechenland stellt Sanierungsplan vor

Griechenland will seine Schuldenkrise in einem Kraftakt binnen drei Jahren meistern. Die Regierung in Athen gab am Donnerstag erste Details aus ihrem Sparplan bekannt, der am Freitag der EU zugeleitet wird. Die Europäische Union hat von der Regierung in Athen entschiedene Maßnahmen zum Abbau des Defizits gefordert.

Riesige Schuldenberge
Der Sanierungskurs sei entscheidend für die Zukunft des Landes, betonte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Nach seinen Plänen soll das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 5,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gedrückt werden. 2012 soll dann mit 2,8 Prozent die EU-Obergrenze von drei Prozent wieder eingehalten werden. Viele Experten sehen Griechenland angesichts der riesigen Schuldenberge jedoch mit der Mammutaufgabe überfordert.

Reihe von Fragen offen
"Das Bemühen der Regierung um Schuldenbegrenzung ist zwar da, doch bleiben eine Reihe von Fragen offen. Anleger wollen mehr Details sehen, wie die Regierung die Ziele zu erreichen gedenkt", meint Jürgen Michels von Citigroup. Fachleute sind zudem skeptisch, ob die für den Sanierungsplan veranschlagten Wachstumsraten realistisch sind.

Annahmen recht optimistisch
Die Regierung geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2010 nur leicht schrumpfen wird, im nächsten und übernächsten Jahr aber um 1,5 beziehungsweise 1,9 Prozent wachsen wird. "Die Annahmen sind recht optimistisch. Wir denken, dass die griechische Wirtschaft heuer um zwei Prozent einbrechen wird und auch 2011 schrumpfen dürfte", sagte Analyst Ben May von Capital Economics.

Chronischer Defizitsünder
Vertreter der EU hatten sich jüngst an Ort und Stelle ein Bild von der Schuldenlage des Landes gemacht. Griechenland gilt in der EU als chronischer Defizitsünder. Wegen seines Budget-Defizits muss es mit strengen Sparauflagen rechnen, über die die EU-Finanzminister Mitte Februar beraten wollen.

Rüstungsausgaben zurückfahren
Die neue sozialistische Regierung hatte nach der Wahl im Herbst für 2009 ein Budgetdefizit von 12,7 Prozent des BIP enthüllt. Die Rating-Agenturen reagierten umgehend auf die Schuldenkrise und stuften die Bonität des Landes herab, was neue Kredite für Griechenland verteuert. Griechenland will zur Reduzierung des Defizits den Rotstift im Staatssektor ansetzen: Dabei sollen die Rüstungsausgaben ebenso zurückgefahren werden wie die Krankenhauskosten. Zudem sollen die Einkommen von Beschäftigte im Öffentlichen Dienst ab einem Monatsgehalt von 2.000 Euro eingefroren werden. Gegen die Sparpläne regt sich bereits Widerstand: Die Gewerkschaft hat für den 10. Februar zu einem Streik aufgerufen.

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