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Nahost-Konflikt

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Hamas ruft "Tag des Zorns" aus

Angesichts einer drohenden Bodenoffensive wollen immer mehr Ausländer den Gaza-Streifen verlassen. Israel gestattete am Freitag mehr als 400 Personen die Ausreise über den Grenzübergang Erez. Nach Angaben des israelischen Rundfunks handelt es sich dabei um Ehefrauen von Palästinensern. Sie stammen vor allem aus Russland, der Ukraine oder Polen. Viele Ausländer wollen den Gazastreifen aus Furcht vor einer israelischen Bodenoffensive verlassen. Israel hat Panzer und Soldaten vor dem Gazastreifen zusammengezogen. Der Einsatz droht nach Ansicht von Militärkommentatoren, falls der diplomatische Druck und die Luftschläge Israels nicht zum Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel führen.

Vergeltung für Hamas-Funktionär
In Erwartung einer israelischen Bodenoffensive im Gaza-Streifen hat die palästinensische Hamas mit Anschlägen gedroht. Die israelische Luftwaffe beschoss nach Angaben einer Armeesprecherin am Freitag den siebenten Tag in Folge mehr als 20 Hamas-Ziele in Gaza. Militante Palästinenser feuerten sieben Raketen auf Israel ab. Bei Einschlägen von zwei Raketen in Wohnhäusern in der südisraelischen Stadt Ashkelon wurden nach Polizeiangaben zwei Israelis verletzt.

"Tag des Zorns"
Die Hamas rief alle Palästinenser nach dem traditionellen islamischen Freitagsgebet zum "Tag des Zorns" auf. Zugleich kündigte Hamas-Sprecher Ismail Radwan an, dass die Hamas ihre Operationen ausweiten und auch Selbstmordattentate verüben werde

Die Hamas hatte zuvor Vergeltung für den Tod ihres führenden Funktionärs Nizar Rayan geschworen. Hamas-Sprecher Ismail Radwan kündigte Selbstmordanschläge sowie Angriffe auf alle israelischen Ziele an. Nach den Worten von Radwan werden die israelischen Luftangriffe die Hamas weder brechen noch dazu bringen, "die weiße Fahne zu hissen". Rayan gehörte zum engsten Führungszirkel und war Verbindungsmann zwischen der politischen Führung und dem militärischen Flügel "Brigaden Ezzedin al-Kassam". Bei dem israelischen Raketenangriff waren am Donnerstag nach palästinensischen Angaben Rayan, dessen vier Frauen sowie elf seiner Kinder umgekommen.

Mehr als 700 Einsätze seit Samstag
Die israelische Luftwaffe hat nach Armeeangaben seit Samstag mehr als 700 Einsätze geflogen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens 422 Menschen getötet. Wie die Gesundheitsbehörde am Freitag in Gaza mitteilte, wurden mindestens 2200 Menschen verletzt. 380 von ihnen würden in Lebensgefahr schweben. Im Gegenzug schlugen auf israelischem Boden 700 Raketen ein. Als Folge des Beschusses durch militante Palästinenser starben vier Israelis.

Warnung per SMS und mit Flugblättern
Die israelische Armee hat laut einem Zeitungsbericht die Operation "Dachklopfen" ins Leben gerufen, um bei ihren Luftangriffen im Gaza-Streifen die Zahl der zivilen Todesopfer gering zu halten. Demnach werden beispielsweise Bewohner von Gebäuden, die in dem Palästinenser-Gebiet bombardiert werden sollen, zehn Minuten vor dem Angriff zum Verlassen aufgefordert, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Freitag. Nach anderen israelischen Medienberichten verschickt die Armee auch SMS oder wirft Flugblätter, um die Bewohner eines Hauses oder Nachbarn vor einem Raketenangriff zu warnen.

Anti-Israel-Proteste auch in Wien:
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Foto: (c) Pauty

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