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Tschechen behaupten

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"Helmut Zilk war ein Ostspion"

Das hat sich Helmut Zilk (starb am 24. Oktober 2008) nicht verdient. In der tschechischen Presse tauchen nun Behauptungen über eine Verstrickung des verstorbenen Wiener Bürgermeisters in Ost-Spionage auf: Nach einem Bericht der Tageszeitung Mladá fronta Dnes habe Zilk zur Zeit des Kalten Krieges für den tschechoslowakischen Geheimdienst StB gearbeitet. Zilk war damals Programmdirektor des ORF und gelegentlich in Prag auf Dienstreise. Gerüchte seien bereits 1998 aufgetaucht, aber Zilk habe auf entsprechende Fragen ausweichend reagiert.

„Vier Jahre Spionage“
Die Zusammenarbeit mit dem StB habe 1965 begonnen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eine ihr vorliegenden Akte. Knapp 60 Mal habe sich Zilk, dessen Deckname „Holec“ gewesen sein soll, bis zum Prager Frühling 1968 mit Geheimdienstleuten getroffen. Sein angeblicher Sold für „politische Informationen aus Österreich“: 55.000 Schilling und 13.000 Kronen. Das Geld habe Zilk an Prager Hotelrezeptionen in Empfang genommen, will das Blatt weiter wissen.

Erfundene Namen
Rechnungen für Luster aus böhmischem Glas soll Zilk fast ausnahmslos mit erfundenen Namen unterschrieben haben. Dieses Vorgehen lasse den Verdacht entstehen, dass Zilk etwas zu verheimlichen hatte, mutmaßt der tschechische Historiker Prokop Tomek in dem Bericht. Als der tschechoslowakische Spion Ladislav Bittmann 1968 in den Westen geflohen sei, habe die Kooperation geendet: Bittmann habe die Amerikaner aufgeklärt.

Unter CIA-Schutz
Erstaunt seien laut Zeitung die Experten darüber, dass Zilks Karriere weiterging. Eine schräge Erklärung dafür liefert Mladá fronta Dnes mit: Zilk sei unter Schutz des CIA gestanden.

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