Holocaust-Leugner Williamson untergetaucht

Lob für Ausweisung

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Holocaust-Leugner Williamson untergetaucht

Der Leiter der Ausländerbehörde, Fernando Manzanares, sagte am Freitag, die Ausweisungsandrohung werde dennoch sofort am Wohnsitz des 68-jährigen Briten in der Hauptstadt Buenos Aires wirksam zugestellt. Wenn er nicht binnen zehn Arbeitstagen das Land verlassen habe, werde Haftbefehl beantragt. Das Echo auf die Entscheidung der Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner war überwiegend positiv. Das südamerikanische Land, in dem unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Nazi-Kriegsverbrecher unterkamen, hat sich inzwischen stark gewandelt.

Lob für Ausweisung
"Wir begrüßen die Entscheidung, für die auch wir uns eingesetzt haben", sagte der Vize-Präsident des jüdischen Dachverband Daia in Argentinien, Angel Schindel. Er hoffe nun, dass eine Gesetzesinitiative der Regierung, die Leugnung der Shoa wie in Deutschland auch in Argentinien unter Strafe zu stellen, Erfolg haben werde. Auch der Jüdische Weltkongress (WJC) wertete die Ausweisungverfügung als "positives Zeichen". Der Präsident des WJC, Ronald S. Lauder, lobte die Regierung Kirchner in einer Erklärung aus New York für ihre "mutige Entscheidung". Er hoffe, dass Argentiniens Beispiel Schule machen und auch andere Länder dazu bringen werde, gegen Antisemitismus und die Verleugnung des Holocaust einzuschreiten.

Katholische Kirche Argentiniens und Vatikan schweigen
In dem Priesterseminar La Reja, das die erzkonservative Bruderschaft westlich von der Hauptstadt Buenos Aires betreibt und das Williamson bis vor kurzem leitete, sagte ein Priester, der Bischof habe schon am Vortag nicht mehr am gemeinsamen Abendessen teilgenommen. Sein derzeitiger Aufenthalt sei unbekannt. Auch in einer anderen Kirche der Bruderschaft im Zentrum der Hauptstadt erhielt dpa die Auskunft, man wisse nicht, wo sich Williamson aufhalte. Auf der argentinischen Internetseite "Panorama Católico Internacional", die in der Vergangenheit Erklärungen von Williamson veröffentlichte, wurde die angedrohte Abschiebung hingegen als "Endlösung" im Fall Williamson kritisiert.

Ein Sprecher des Innenministeriums, das den Bischof am Donnerstag ultimativ aufgefordert hatte, das Land binnen zehn Tagen zu verlassen, sagte auf Anfrage, auch den Behörden sei unbekannt, wo sich Williamson zurzeit aufhalte. Manzanares betonte, die angedrohte Ausweisung sei grundsätzlich anfechtbar. Jedoch sei die aufschiebenden Wirkung eines Widerspruchs nur von begrenzter Dauer. Der Erlass war formell mit "falschen Angaben" begründet worden, die Williamson bei der Beantragung der Aufenthaltserlaubnis gemacht habe. Allerdings war klar, dass der eigentliche Grund die Leugnung der Shoa war, die nach Worten des Innenministeriums "Argentinien, das jüdische Volk und die ganz Menschheit beleidigt" hätten. In welches Land Williamson eventuell ausreisen würde, war unbekannt.

Weltweite Empörung ausgelöst
Die Rücknahme der Exkommunizierung von Williamson und drei weiteren Pius-Bischöfen durch Papst Benedikt XVI. im Jänner hat weltweite Empörung ausgelöst. Williamson hatte in einem fast zeitgleich ausgestrahlten TV-Interview behauptet, während der Nazi-Diktatur seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 in Nazi-Lagern ums Leben gekommen und keiner von ihnen in Gaskammern.

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