27. November 2009 12:48
Der Gouverneursrat der internationalen Atomenergieorganisation IAEO (bzw.
IAEA) hat am Freitag eine Resolution gegen den Iran angenommen. 25 Länder
stimmten mit "Ja", drei Länder - Kuba, Venezuela und Malaysia - mit "Nein"
und sechs Länder enthielten sich der Stimme. Ein Land, Aserbaidschan, war
bei der Abstimmung nicht anwesend. Der in Wien tagende Rat umfasst insgesamt
35 Mitgliedsländer. Für eine Annahme war eine einfache Mehrheit der
anwesenden Länder ausreichend.
Die bisher letzte von der IAEO verabschiedete formelle Resolution
bezüglich des Iran stammte vom Februar 2006.
In dem von Deutschland eingebrachtem Resolutionsentwurf wird der Iran
unter anderem aufgefordert, die offenen Fragen betreffend seines umstrittenen
Atomprogramms zu klären und mit der IAEO "vollständig zu kooperieren".
Weiters sollen die Arbeiten an der iranischen Uran-Anreicherungsanlage Fordo
nahe der Stadt Qom (Ghom) eingestellt werden. Teheran soll sich weiter
verpflichten, keine weiteren Atomanlagen zu genehmigen oder mit dem Bau
daran zu beginnen, die der IAEO nicht bekanntgegeben wurden. In der
Resolution werden weiters die Bemühungen von IAEO-Generaldirektor Mohamed
ElBaradei anerkannt, der sich dafür einsetzte, dass der Iran dem Vorschlag,
sein Uran im Ausland anreichern zu lassen, zustimmt.
Das Angebot der IAEO sieht vor, dass der Iran einen Großteil seines Urans
zur weiteren Anreicherung nach Russland schickt, ehe es in Frankreich zu
Brennstoff für einen iranischen Forschungsreaktor verarbeitet würde. Damit
soll verhindert werden, dass der Iran das Uran selbst anreichert und damit
waffenfähiges Material herstellt. Der Resolutionsentwurf war von Deutschland
eingebracht worden.
Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland
hatten sich nach Angaben von Diplomaten auf den Entwurf gegen Teheran
verständigt.