Im lautlosen Nackt-Scanner

ÖSTERREICH-Test

© Bauernebel

Im lautlosen Nackt-Scanner

Nach dem Schock durch „Unterhosen-Bomber“ Umar Faruk Abdulmutallab wird bei der Flughafen-Sicherheit aufgerüstet. Mit Nacktscannern soll versteckter Sprengstoff bei Passagieren entdeckt werden.

ÖSTERREICH testete bei der US-Flughafensicherheitsbehörde TSA in Washington ein solches „Backscatter“-Gerät.

Schritt 1: Schlüssel, Handy ab in Handgepäck-Scanner
Die Maschine besteht aus zwei meterhohen Boxen. Kurze Videos vermitteln Passagieren die Anweisungen. Es ist ganz einfach: „Gehe hinein, dreh dich nach links, die Hände über den Kopf.“ Das Wort „Bitte“ sagt die Maschine nicht.

Schuhe können angelassen werden, Gegenstände wie Schlüssel, Brieftaschen oder Handy landen im Handgepäck-Scanner. „Wir wollen Problemstellen angehen“, meint TSA-Sprecherin Kristin Lee.

Schritt 2: Position zwischen den Schranken einnehmen
Zwischen den beiden Boxen wird also die Position eingenommen. Der Körper ist der Wand zugewandt, Hände über dem Kopf. Mittels der Röntgen-Strahlen misst die Maschine den Körper ab. Der Vorgang ist völlig geräuschlos, ein wenig gespenstisch. Nur die TSA-Agentin auf der anderen Seite teilt mit, wann die Prozedur fertig ist.

Schritt 3: Am Bildschirm erscheint nun der Körper
Am Kontroll-Bildschirm hat die Software den Körper rekonstruiert. Es sind keine echten Röntgenbilder, sondern 3D-Animationen. Nicht zu sehen sind Tätowierungen, Herzschrittmacher, Narben. Damit ist klar: Verschluckt ein Selbstmordattentäter seine Bombe, bleibt der Scanner wirkungslos, wird beim Test erklärt.

Klar zu sehen sind jedoch „Anomalien“ an der Körperoberfläche: Etwa Spritzen, wie sie der „Unterhosen-Bomber“ als Zünder verwendete oder am Körper befestigte Packungen mit Plastiksprengstoff. Die Maschine „entschärft“ die Datenmengen mit angewandten Algorithmen im Genitalbereich, schmunzelt Lee. Ob die in der Unterhose versteckte Bombe des Al-Kaida-Terroristen gefunden worden wäre, will sie nicht sagen.

Schritt 4: Auswertung durch Drittpersonen
In den USA werden wegen Bedenken über die Privatsphäre die Bilder weit entfernt vom Passagier von Drittpersonen ausgewertet. „Die Bilder werden gelöscht, sobald die Person als unbedenklich eingestuft wird“, sagt Lee. Das Gesundheitsrisiko ist gering: 0,005 Millirem Strahlung bekommt ein Passagier pro Scan – weniger als beim Handygebrauch.

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