Iran: Tränengas gegen Demonstranten

Tausende auf den Straßen

© Reuters

Iran: Tränengas gegen Demonstranten

Die iranische Polizei ist am Montag mit Tränengas und Farbkugeln gegen einen Protestmarsch der Opposition in  Teheran vorgegangen.  Nach unbestätigten Berichten kam es dabei in der iranischen Hauptstadt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften; mehrere Oppositionsanhänger wurden festgenommen. Laut Augenzeugenberichten nahmen Tausende an der Kundgebung teil.

Azadi-Platz soll Tahrir-Platz werden
Die Regierungsgegner hatten sich nach einem stillen Protest in mehreren Gruppen zu einem Demonstrationszug zusammengeschlossen. Sie waren in Richtung des Azadi-Platzes (Platz der Freiheit) losgezogen, um sich dort zu einem ähnlichen Protest wie die Ägypter auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu versammeln. Prominente Oppositionspolitiker waren zuvor schon unter Hausarrest gestellt worden.

Websites der Opposition einzige Info-Quelle

Auf Websites verbreitete die Opposition den Aufruf, dass nach den arabischen Führern nunmehr das Regime in Teheran an der Reihe sei, gestürzt zu werden. Da es der ausländischen Presse in Teheran ausdrücklich verboten ist, direkt von Protestveranstaltungen zu berichten, bleiben Websites der Opposition und Augenzeugenberichte die einzigen Quellen der Ereignisse.

Über das soziale Netzwerk Facebook wurde der iranischen Führung angedroht, ihre Mitglieder würden ein ähnliches Schicksal wie Hosni Mubarak erleiden. Der ägyptische Präsident war am vergangenen Freitag nach wochenlangen Protesten vom Militär entmachtet worden.

"Grüne Welle"
Die Behörden in Teheran hatten die Demonstrationsanträge der "Grünen Welle", wie sich die vom früheren Regierungschef Mir-Hossein Moussavi angeführte Opposition nennt, abgelehnt und mit Polizeieinsatz gedroht. Nach unbestätigten Berichten wurden sowohl Moussavi als auch der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karroubi unter Hausarrest gestellt. Moussavis Haus sei von Polizeikräften umstellt worden. Mindestens 18 Oppositionsangehörige seien festgenommen worden.

Polizeipräsenz verstärkt
In der iranischen Hauptstadt war am Montag allerorts ein starkes Polizeiaufgebot zu sehen. Zudem wurde in einigen Stadtteilen das Mobilfunknetz abgeschaltet, um die Kommunikation möglicher Demonstranten zu verhindern.

Der Iran hatte erst am vergangenen Freitag den 32. Jahrestag der Islamischen Revolution gefeiert, durch die der Schah vom Pfauenthron verjagt worden war. Dabei hatte die iranische Führung versucht, eine Verknüpfung zwischen der Revolution vor über drei Jahrzehnten und der Demokratiebewegung in Ägypten und Tunesien herzustellen.

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