Iran provoziert im Uran-Streit

Kompromiss abgelehnt

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Iran provoziert im Uran-Streit

Der Iran lehnt den jüngsten Kompromiss-Vorschlag des Westens zur Beilegung des Atomstreits ab. Teheran werde auf keinen Fall sein Uran zur weiteren Anreicherung ans Ausland abgeben, sagte am Mittwoch Außenminister Manouchehr Mottaki laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA. Er zeigte sich aber zugleich offen für neue Gespräche über das umstrittene Atomprogramm seines Landes.

"Wir werden definitiv unser bereits angereichertes Uran nicht ins Ausland senden", sagte Mottaki den Angaben zufolge. Dieser Entschluss sei das Ergebnis einer umfassenden Prüfung des jüngsten Kompromissvorschlags des Chefs der UN-Atomenergiebehörde IAEA (IAEO), Mohamed ElBaradei. Dieser sah vor, dass Teheran schwach angereichertes Uran nach Russland liefern sollte. Dort sollte das Uran mit einem Anreicherungsgrad von weniger als fünf Prozent für den Einsatz in Atomkraftwerken weiter angereichert werden.

Sanktionen
Mit diesem Schritt sollte verhindert werden, dass der Iran selbst das Uran weiter anreichert und so womöglich waffenfähiges Uran herstellt. Der Westen, allen voran die USA, verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomkraft am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist diese Vorwürfe zurück und reichert weiter Uran an. Deshalb und wegen mangelnder Zusammenarbeit mit der IAEA verhängte der UN-Sicherheitsrat in den vergangenen Jahren mehrfach Sanktionen gegen Teheran.

Als mögliche Lösung des Konflikts nannte Mottaki nun einen zeitgleichen Austausch des Materials im Iran. "Wir sind bereit, über einen Simultan-Austausch im Iran nachzudenken." Experten des Landes prüften bereits, wie ein solcher Austausch von leicht angereichertem iranischem Uran gegen Brennstäbe aus dem Ausland vonstatten gehen könnte. Der iranische Außenminister sagte zugleich, sein Land wolle eine neue Gesprächsrunde mit den USA, Frankreich und Russland unter Schirmherrschaft der IAEA. Dabei könnte Teheran dann seine Überlegungen vorstellen.

Die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates und Deutschland hatten bei den wieder aufgenommenen Atomverhandlungen in Genf vorgeschlagen, der Iran solle sein schwach angereichertes Uran in Russland und Frankreich weiter anreichern lassen. Das angereicherte, ausschließlich für die friedliche Nutzung etwa in der Medizin geeignete Material könnte dann zurückgeliefert werden. Später war der Vorschlag von der IAEA weiter vorangetrieben worden.

Teheran hatte zwischenzeitlich erklärt, der Iran wolle lieber angereichertes Iran aus dem Ausland zukaufen, ohne sein schwach angereichertes Material dafür abzugeben. Der Iran hatte stets wirtschaftliche und technische Gründe dafür angeführt, dass der ursprüngliche Vorschlag nicht in Gänze angenommen werden könne.

Irans Glaubwürdigkeit leidet
Unterdessen erklärte der scheidende IAEA-Generaldirektor ElBaradei, der Iran habe erneut Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit geweckt. Die jüngst bekanntgewordene Atomanlage bei Qom gebe aber keinen Anlass zur Besorgnis, versicherte ElBaradei in einem am Mittwoch in der Online-Ausgabe der spanischen Zeitung "El Pais" veröffentlichten Interview. Zugleich sprach sich ElBaradei für eine Fortsetzung der Verhandlungen mit Teheran aus.

Auf die Frage, ob der Iran möglicherweise weitere Anlagen geheim halte, meinte ElBaradei, man könne sich nicht auf Spekulationen sondern nur auf konkrete Daten stützen. Diese zeigten, dass es keine weiteren Geheimanlagen gebe. Ausländische Geheimdienste hätten der IAEA hätten Unterlagen über den Iran geliefert, die auf Atomwaffenpläne hindeuteten, die aber noch nicht ausgereift seien. Es seien daraus unterschiedliche Schlüsse gezogen worden. Die US-Geheimdienste glaubten, dass der Iran seine Atomwaffenpläne weiter verfolge. "Nach einer sehr genauen Prüfung hegt die IAEA aber den Verdacht, dass ein Teil dieser Dokumente gefälscht ist", erklärte ElBaradei.

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